Ist Second Life für ein Fernseminar notwendig?
Ich nehme die Frage aus meinem letzten SL-Eintrag noch einmal auf und versuche mich, wieder nach Peter, an einer Bewertung.
Ein genaues Protokoll der zweiten Sitzung kann man bei Stanley lesen. Diesmal hielt Michael Kerres zuerst einen Vortrag (ex cathedra) über web2.0, danach wurden wir in Gruppen eingeteilt, um einzelne Fragen in einem gemeinsamen google-Dokument zu bearbeiten und danach wieder in der Gesamtgruppe vorzustellen.
Dabei ging es mir wie Peter und Stan. Durch die virtuelle Welt fühlte ich mich sehr viel mehr involviert als bei einer Skype- oder netucate-Session. Man schaut seinen Gesprächspartner an und ist sich seiner Umgebung bewusst. Bei Skype-Sessions mache ich oft etwas anderes nebenher, bin also lange nicht so aufmerksam.
Der Vorteil von netucate ist natürlich, dass man das Dokument direkt vor sich hat. In SL hatten wir stets mehrere Fenster offen: SL, Slideshare (für die web2.0 Präsentation) und google-docs für das zu bearbeitende Dokument. Für diese kurzen Phasen fand ich das nicht weiter hinderlich, für langfristiges kollaboratives Arbeiten bevorzuge ich dann doch eine VirtualClassroom-Applikation.
Den Voice-Chat halte ich für einen riesigen Vorteil, den gab es bei meinem ersten, kläglichen SL-Versuch vor längerem noch nicht. Allerdings gab es bei einer Dreierkonferenz (unlösbare) Probleme. Da ist der Griff zu Skype schnell gemacht.
Für mich sind diese beiden Ausflüge in SL aber sehr positiv zu bewerten. Ich hatte mit mehr Widrigkeiten und Bandbreiten-Schwierigkeiten gerechnet. Ich werde versuchen mehr Treffen in SL zu realisieren und auch an Veranstaltungen anderer Unis teilzunehmen.
Wie stark diese Technik im kommen ist, zeigt sich u.a. an den Gerüchten, dass Google eine ähnliche virtuelle Welt mit Avataren auf der Grundlage von Google Earth aufbauen will.
Hoffentlich dann mit besseren Möglichkeiten der Namensgestaltung, sagt mulTIERmedia Apfelbaum.
Ach ja, die Eingangsfrage möchte ja auch noch beantwortet werden:
NEIN, SL ist nicht notwendig für ein Fernseminar. Aber der Einsatz von SL verbessert m.E. Fernseminare deutlich und gibt ihnen eine persönlichere und integrierendere Note.
2 Comments
Vielen Dank für den Bericht. Sehr interessant, dass du verstärkt involviert warst.
Da stelle ich mir die Frage, ob deine Aufmerksamkeit tatsächlich verstärkt auf die besprochenen Inhalte gerichtet war. Oder ist vielleicht ein Teil der Aufmerksamkeit zur “Erkundung” der Umgebung draufgegangen?
Auf alle Fälle ist es spannend, den Einsatz von virtuellen Welten in Bildungskontexten weiter zu verfolgen.
Tatsächlich war es in der ersten Session so, dass viel Zeit für die Umgebungserkundung und auch die “Selbsterfahrung” zu investieren war. Aber so spannend ist das in Second Life dann doch nicht, dass ich mich in der zweiten Session doch ziemlich auf die Inhalte und anderen Avatare konzentriert habe.
Ich wäre allerdings bei solchen Sessions ein Freund von Avataren, die der wirklichen Person ähnlich sehen (tut meiner auch nicht) und ähnliche Namen haben, denn das hat mich schon sehr verwirrt.