Einladung und Call-for-Abstracts: DVG-Workshop “Didaktik und Kommunikation“

Im Rahmen des 55. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin vom 12. bis 15. November 2009 in Berlin veranstaltet der neu gegründete DVG-Arbeitskreis „Didaktik und Kommunikationskompetenz“ einen Workshop „ Didaktik und Kommunikation“.

Der Workshop wird am 12. November 2009 von 9 bis 17 Uhr abgehalten werden. Der Workshop wird sich zeitlich und thematisch in die zwei Bereiche Didaktik und Kommunikation teilen.

Eingeplant sind bisher zwei Impulsvorträge:

  • Jan P. Ehlers und A. Tipold (Hannover): Didaktik in der Tiermedizin
  • Joachim Lübbo Kleen (Krefeld): Kommunikationskompetenzen in der Tiermedizin

In weiteren Kurzvorträgen sollen Erfahrungen und Konzepte aus den Themenbereichen vorgestellt. Es isteinen starken Workshopcharakter mit kurzen Vorträgen und ausführlicher Diskussion geplant, damit sich dieser neue Arbeitskreis gut zusammenfinden kann. 

Abstracts für Vorträge (max. 1 DinA4-Seite) sind bis zum 15.07.2009 einzureichen (jan.ehlers(at)tiho-hannover.de). Nach einem Review wird dann über die endgültige Programmgestaltung informiert.

Us Now – Konnektivismus in Gesellschaft und Politik?

Durch netzpolitik.org bin ich auf die Dokumentation Us Now gestoßen. Zur Zeit ist ja die Diskussion groß, ob soziale Netzwerke das Leben bereichern oder gar zu “no life” führen.

 

Us Now from Banyak Films on Vimeo.

In den ersten 40 Minuten setzt sich die Dokumentation mit funktionierenden Netzwerken der elektronischen Informationsgesellschaft auseinander. Hier zeigt sich der große Zulauf und und immense Nutzen für die Teilnehmer. Vorgestellt werden Eltern in Mumsnet, Reisende, die durch couchsurfing einen Übernachtungsplatz und neue reale Kontakte haben, die Durchsetzungsfähigkeit von open source Initiativen wie Linux und das Beispiel von Ebbsfield United, der Fußballmannschaft, die von den Mitgliedern gecoacht und bis nach Wembley gebracht wurde. Ein Erfolg, der bei dem deutschen Pendant Fortuna Köln noch aussteht. 

Dieser Übergang vom “Nutzer” zum Produzenten in einer Gesellschaft, in der jeder irgendwie erreichbar ist, enstpricht in seinen Grundzügen der Lerntheorie des Konnektivismus. Hier findet durch die Netzwerke die “Integration des Kunden” statt. Auch wirtschaftliche Beispiele, wie Slice the Pie, wo Musikfans per Netzwerk neue Band selbst produzieren, oder zopa, wo Netzwerke Banken ersetzen sollen, werden beschrieben.

Die letzten 20 Minuten versuchen nun, dieses Prinzip auf die Politik und Regierungen zu übertragen. Ist dies überhaupt möglich, dass Demokratie mehr ist, als alle vier Jahre zu wählen? Unter dem Schlagwort Goverment 2.0 werden erste Erfolge von Online-Campaigns (The Point) oder das Beispiel der Grünen in Kanada, die ihr Parteiprogramm kollaborativ in einem Wiki entwickelt haben, vorgestellt. Ähnliche Ansätze gibt es ja auch bei uns mit Abgeordnetenwatch oder den ePetitionen. Natürlich soll es nicht auf reine DIY-Länder hinauslaufen, aber es bietet eine Chance, die Bürger bei aller Politikverdrossenheit und rückläufigen Mitgliederzahlen in den Parteien stärker in die politische Entscheidungsfindung zu integrieren.

Es ist auf jeden Fall ein lohnender Film. Bei dem regnerischen Wetter heute ideal um mit einer Tasse Kaffee (meinetwegen auch Tee) in der Hand mal eine Stunde lang unterhalten und zum Nachdenken angeregt zu werden.

Mein Studienfreund André setzt sich in seinem Blog heute zufälligerweise auch mit dem Thema Konnektivismus als Lerntheorie auseinander. 

Wissenschaftliches Schreiben

Nichts hemmt ja mehr, als ein noch vollkommen leeres Dokument…vielleicht gerade noch mit einer bereits bestehenden Überschrift drauf. Tatsächlich ist das wissenschaftliche Schreiben besonders schwer. Gerade während der Doktorarbeit zeigt sich das, wenn man zuerst große Mühen hat, überhaupt etwas zu Papier zu bringen, und danach dann umfangreiche Korrekturen (im inzwischen geliebten eigenen Werk) durch die Betreuer verkraften müssen.

Durch Daniel Amman (Observatorium) bin ich auf die neue Ausgabe des unijournals, der Zeitung der Universität Zürich, aufmerksam geworden, die sich mit dem wissenschaftlichen Schreiben auseinandersetzt. Fünf renommierte Profesorinnen und Professoren geben hier Tipps und teilen ihre Erfahrung.

Sehr lesenswert! 

Die Plastikkuh

Das Lehren des Rektalisierens und der künstlichen Besamung in der Tiermedizin ist nicht ganz einfach, da es in der Kuh stattfindet und daher für den Lehrer schwierig ist, nachzuvollziehen, was die Studierenden gerade machen. Daher werden die ersten Schritte oft am Phantom mit Organen vom Schlachthof gemacht. Damit wird gut auf die Übungen am lebenden Tier vorbereitet und auch während dieser Zeit können Fragen immer wieder am Phantom geklärt werden.

Um diese Übungen noch wirkungsvoller zu gestalten, gibt es verschiedenen Ansätze. Wir diskutieren schon lange mit Sarah Baillie über ihre Haptic Cow, die es aber bisher leider nicht außerhalb von Großbrittanien zu erwerben gibt. 

Heute nun wurde in der Rinderklinik ein Phantom von Breed´n Betsy vorgestellt. Es simuliert Kühe und Stuten durch auswechselbare Becken, Organe und “Endplatte”. Geübt werden können Zyklusdiagnostik, Besamungen, Trächtigkeitsdiagnosen und auch Geburtshilfe. Nach Aussagen der Kliniker fühlt sich alles sehr realistisch an. In der Parallelität zum Unterricht am lebenden Patienten kann durch den Einsatz eines solchen Phantoms die Lehre bestimmt gefördert werden. 

Qualität entwickeln – Standards sichern – mit Differenzen umgehen

Im Blog von Gabi Reinmann auf eine BMBF-Publikation zum Thema Bildungsstandards aufmerksam geworden (Kurzfassung). Hierzu gibt es auch ein kommentiertes Exzerpt von Gabi Reinmann, die hierin zu dem Schluss kommt, dass der Hochschulsektor in diesem Bereich hinterher ist. Hier sei noch viel über Standards, Kompetenzen und Output nachzudenken. 

Da wir in der Tiermedizin sehr viel über Ersttagskompetenzen bis hin zu Generic Skills diskutieren, ist für manchen die Lektüre der Studie bestimmt interessant.

Ein Hörsaal voller Kinder…

Am 28. Januar war es wieder soweit. Die TiHo durfte eine Vorlesung der “KUH – Kinderuni Hannover” ausrichten. Während die anderen Hochschulen sich mit Tsunamis und Vulkanausbrüchen, der Stimme von Bibi-Blocksberg oder dem Energiesparen auseinandersetzten, ging es an der TiHo darum, woher eigentlich die Ferkel kommen. Den Vortrag hat Dagmar Waberski von der Reproduktionsmedizinischen Einheit der Kliniken gehalten und da die Kinder mit dem Feedback-System abstimmen konnten, war auch die eLearning-Beratung beteiligt. Fast bis zur letzten Minute haben wir an der Präsentation mit aufwendigen Videos und interaktiven Fragen gebastelt. Für mich war die Kinderuni eine gute Gelegenheit, Finn und Janna mal in den Hörsaal zu bringen.

 

Schon fast eine Stunde vor Vorlesungsbeginn stürmten die ersten Kinder das Gebäude der Pathologie und ließen sich ihre Studentenausweise am Einlass abstempeln. Dann wurden sie von den Eltern, Großeltern oder begleitenden Lehrern getrennt, denn der Zugang zum Hörsaal war nur Kindern gestattet. Die Begleiter mussten sich im Foyer oder dem Kursraum die Übertragung anschauen. Schnell war der Hörsaal brechend voll und die Stimmung riesig. Als für die Pressfotos das erste Ferkel hereingebracht wurde, war es fast schwer, die Kinder auf ihren Plätzen zu halten. 

Dann begann Dagmar Waberski mit ihrer Vorlesung. Umfassend konnten die kleinen Zuhörer in fast 45 Minuten lernen, warum es “Schwein gehabt” heißt, wie Schweine domestiziert wurden, wofür wir Schweine alles nutzen und wie die Besamung und Trächtigkeit abläuft.

Durch das Abstimmsystem konnten wir von den jungen Studierenden erfahren, dass sie vor allem Schnitzel mit Pommes lieben, sich nicht sicher sind, ob ein Mensch durchschnittlich 40kg oder 400kg Schweinefleisch im Jahr isst und dass auch über die Höchstferkelzahl pro Sau im Jahr Uneinigkeit herrscht (fein aufgeteilte Ergebnisse von 10-30 Ferkeln). Auch wenn wir nicht für jedes Kind ein Abstimmgerät vorhalten konnten, haben die sehr engagierten studentischen Hilfskräfte sie jedes Mal so neu verteilt, dass alle viel Spaß hatten.

Den Abschluss der Vorlesung brachte ein Film über eine Ferkelgeburt. Das beeindruckte unsere kleinen Gäste schon sehr, doch dann folgte der endgültige Höhepunkt. Eine Minipig-Sau mit sieben Ferkeln wurde in den Hörsaal gebracht.

 

Nun gab es kein Halten mehr. Alle Kinder wollten die Ferkel aus nächster Nähe sehen und am besten noch streicheln. Es folgte ein lustiges Gedränge, in dem es aber doch alle schafften, das “Lehrobjekt” zu berühren und mit dem Wunsch nach Hause zu gehen, selbst ein Schwein zu haben.

Ich glaube, ich habe vorher noch nie so viele glückliche und interessierte Kindergesichter gesehen. Solch eine Kinderuni ist wirklich eine tolle Idee. Im nächsten Semester werde ich wohl nicht nur zur Veranstaltung in der TiHo gehen müssen.

Bookmarks aus Keilschrift

Die Kestnergesellschaft zeigt zurzeit die Austellung “bookmarks – wissenswelten von der Keilschrift bis youtube“:

Das Internet verändert unseren Umgang mit Wissen radikal. Wie wir Wissen heute schaffen, ihm eine Form geben, es verbreiten und archivieren, unterscheidet sich in vielfältiger Weise von früheren Verfahren. Zugleich setzen die digitalen Möglichkeiten neben partizipativen Elementen auch eine Ästhetisierung in Gang, die vielfältige Erscheinungen von Wissen und neue Formen der ästhetischen Erfahrung schafft.
In Kooperation mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (GWLB) und der Leibniz Universität Hannover entzündet die Ausstellung bookmarks | wissenswelten von der keilschrift bis YouTube eine Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Wissenskultur am Beispiel ihrer populärsten Ausprägung YouTube – und konfrontiert sie mit 42 wertvollen Büchern, Schriften und Exponaten der vergangenen Zweitausend Jahre aus den Tresoren der GWLB. Einige dieser Schätze können zum Teil erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden. Allesamt Originale, die von Paradigmenwechseln in der Wissensproduktion vergangener Zeiten erzählen. In zahlreichen Veranstaltungen berichten darüber hinaus Wissenschaftler, Autoren und Künstler über spannende Fragen und Phänomene der Wissenswelten von der Keilschrift bis YouTube.

Das besondere daran: Die Ausstellung wird auch auf youtube begleitet.

Auf taz.de findet sich heute ein Interview zu der Ausstellung mit Frank-Thorsten Moll.

Über die TiHo…

Das Fachgebiet der Geschichte der Veterinärmedizin und Haustiere der TiHo hat in Zusammenarbeit mit Studierenden und Seminarteilnehmern tolle Broschüren über die TiHo herausgebracht:

1) Führer durch das Veterinärmedizinhistorische Museum der TiHo

2) Kunst an der TiHo (Campus Bischofsholer Damm, Campus Bünteweg)

3) So geht´s land (Straßen, Wege, Plätze)

Auch für Nicht-Hannoveraner finden sich hier toll bebildert viele interessante Informationen.

Innovative Lehrmethoden

Ein Juraprofessor rappt einen Paragraphen des BGB, so berichtet die Zeit. Das tut er wohl schon seit längerem, um Aufmerksamkeit und Verständnis bei seinen Studierenden zu verstärken, jetzt hat er die zehn Strophen aber auch noch professionell abmischen lassen und stellt sie online zur Verfügung. 

Die Diskussion zum Zeitartikel zeigt, dass solches Lehrengagement nicht ganz unumstritten ist und auf einige wohl albern wirkt. Ich finde es mutig und es gefällt mir. Spaß soll ja den lernvorgang unterstützen und Spaß haben die Jurastudierenden damit bestimmt. So lange nicht jeder Paragraph gerappt wird, sorgt diese Besonderheit für mehr Aufmerksamkeit und eine Motivationsspritze.

Sonderausschüttung der VG Wort

Die VG Wort zahlt eine Sonderausschüttung für im Internet veröffentlichte Texte ab dem Jahr 2005, bei denen noch keine Zählmarke eingebaut werden konnte. Deadline für die Beantragung ist allerdings bereits der 31.12.2008.

Für die Sonderausschüttung meldefähige Texte müssen folgende Bedingungen erfüllen:

  • der Text muss frei zugänglich im Internet einstehen, darf also nicht kostenpflichtig oder hinter einem LogIn verborgen sein.
  • ein meldefähiger Text darf nicht kopiergeschützt sein (PDF-Dokumente, die nur insgesamt ausgedruckt oder gespeichert werden können, sind defacto kopiergeschützt!).
  • der Text muss während der Meldung und in jedem Fall auch ein paar Tage danach online einstehen.
  • Der Mindestumfang für einen meldefähigen Text beträgt 1800 Anschläge (mit Leerzeichen).
  • Für Lyrik gilt kein Mindestumfang.

Wichtig ist, dass bestimmte in anderen Abteilungen der VG WORT übliche Einschränkungen für den Bereich Texte im Internet / METIS nicht gelten. Dazu gehört, dass für diesen Bereich das „Erscheinungsjahr“ kein Meldekriterium darstellt. Von wann ein Text stammt ist für diese Tantieme unwichtig. Es zählt nur, ob der Text im Kalenderjahr der Meldung und zu den genannten Bedingungen online ist. Unwesentlich ist auch, ob ein Text bereits in einem anderen Medium (z.B. Tageszeitung) erschienen ist und in dieser Form in einer anderen Abteilung der VG WORT gemeldet wird bzw. wurde

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