DVG: Gründung eines Arbeitskreises “Didaktik und Kommunikationskompetenz”

Die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft hat gerade einen Arbeitskreis für Didaktik und Kommunikationskompetenz gegründet. Frau Professor Tipold und ich durften die Ankündigung dazu schreiben:

Neben ihrer fachlichen Tätigkeit müssen Tierärztinnen und Tierärzte ihr Wissen in allen Arbeitsbereichen gut kommunizieren können. Wissen muss an den Bildungsstätten, bei der Ausbildung von Praktikanten oder Fachangestellten, bei Fortbildungsveranstaltungen oder Mitarbeiterweiterbildung vermittelt werden. Zusätzlich besteht die Notwendigkeit, im Kundengespräch Fakten verständlich erklären zu können. Patientenbesitzer müssen z.B. von der Mitarbeit überzeugt werden, Schlachthofangestellte von der Hygiene oder Verbraucher von der Notwendigkeit des Tierschutzes. Es lassen sich viele Beispiele finden, in denen die Fähigkeit zu kommunizieren ein wichtiger Faktor für ein erfolgreiches Berufsleben geworden ist.

Die Fächer Didaktik (Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens) und Kommunikationstheorie gehören zu den sogenannten „soft skills“ und stehen aus bekannten Gründen (Überfüllung der Studierenden mit Fachwissen) derzeit nicht in der Tierärztlichen Approbationsverordnung. Diese Fächer werden daher in separaten Kursen während des Studiums oder in der Postgraduiertenausbildung angehender Hochschullehrer angeboten. Viele Tierärztinnen und Tierärzte besuchen Fortbildungen oder Lehrgänge und betreiben somit eine individuelle Professionalisierung. Diesen engagierten Verfechtern einer guten Lehre und kommunikativer Kompetenz fehlt zurzeit ein tiermedizinisches Forum. Einige Vertreter der Hochschulen haben sich in der Sektion Tiermedizin der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) oder der AMEE-Sektion „Veterinary Education Worldwide“ zusammengefunden. Ein Forum für andere Tierärztinnen und Tierärzte, die täglich gut kommunizieren müssen, um eine erfolgreiche Praxis etc. zu führen, ist im deutschsprachigen Bereich nicht vorhanden. Auch in der Human- und Zahnmedizin gehört die Vermittlung dieser Kompetenzen zum Alltag.

Der Stellenwert „gute Lehre“ wird durch verschiedene politische Initiativen deutlich (Stifterverbandes, Hochschulrektorenkonferenz, Wissenschaftsrat, Bologna Process).

Um an diesem Prozess teilzuhaben, wird in der DVG eine Arbeitsgruppe „Didaktik und Kommunikationskompetenz“ gegründet, die den Austausch in diesen Fachgebieten innerhalb der gesamten Tiermedizin entstehen lassen soll, ähnlich wie dies seit einigen Jahren in vielen human- und zahnmedizinischen Fachgesellschaften geschieht. Innerhalb dieser Arbeitsgruppe soll eine Fortbildung im Bereich Didaktik und Kommunikation genauso möglich sein wie der Austausch über den Einsatz neuer Konzepte und über Ergebnisse der begleitenden Forschung. Empfehlungen und Leitlinien könnten in diesem Forum entwickelt werden. Ein enger Kontakt zu den bereits bestehenden nationalen und internationalen Strukturen soll gesucht werden, um Synergien zu nutzen.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an der Arbeitsgruppe zu beteiligen und ihre eigenen Erfahrungen und Kompetenzen einzubringen.

Wahlpflichtfach “eLearning Kardiologische Propädeutik” II.

Heute war also die Einfürhungsveranstaltung zu besagtem Wahlpflichtfach. Ich gebe zu, dass ich schlecht geschlafen habe und schon aufgeregt war, ob alles gut klappt, da einiges doch sehr kurzfritig organisiert wurde.

Aber um 13 Uhr fanden sich tatsächlich 14 Studierende aus dem 5. Semester und 14 Teilnehmer des PJ im Hörsaal der Klinik für Kleintiere ein. Professor Vörös haben wir per Skype zugeschaltet und per Beamer präsentiert. Seine Stimme drang teilweise etwas verzerrt aus den Hörsaallautsprechern, aber alle konnten verstehen, wie er den Verlauf des Kurses erklärt hat. Danach haben wir den Pre-Test geschrieben. Die Studierenden haben nun also bis Mittwoch Zeit, sich mit dem neu entwickelten eLearning-Modul auf die Konsultation vorzubereiten. Ein Post-Test soll den Lernerfolg überprüfen. Wir hoffen, mit diesem Blended-Learning einen noch größeren Lernerfolg als mit reinem Unterricht am Patienten zu erreichen. 

Die Zuschaltung per Skype war nur eine erste Lösung. In einer Dissertation überprüfen wir gerade, wie virtuelle Konferenzsysteme in der Tiermedizin eingesetzt werden können. Aber schon diese Methode hat seine Wirkung nicht verfehlt, denn ein Hauch der großen weiten Welt wehte durch den Hörsaal und erhöhte sicherlich die Motivation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Verstärkte Gedanken über elektronisches Prüfen

Nachdem sich eLearning lange Zeit mit der Vermittlung von Fakten und Generierung von Wissen beschäftigt hat, geht die Diskussion immer stärker in die Richtung Assessment. Dabei wird sowohl über formatives und self-assessment als auch über summative Prüfungen diskutiert. 

Auch in den Blogs entsteht zur Zeit ein Blätterrauschen. Der Weiterbildungsblog weist auf einen Artikel von Nathan A. Thompson über “Adaptive and Interactive Assessment with E-learning” hin. Cornelia Rüdel berichtet über einen Report von Elena Silver zu “Measuring Skills for the 21st Century“. Für uns bedeuten diese 21st Century Skills eine Mischung aus den Day-One-Skills und den Generic Skills. Also eine Diskussion, die auch in der Tiermedizin ganz aktuell geführt wird und Thema von GMA- und ViEW-Meetings ist.

Cornelia Rüdel arbeitet in ihrem Blog auf eine Vereinheitlichung der Begriffe im eAssessment hin. Gabi Reinmann fordert eine verstärkte Anstrengungen “ nicht nur technischer, sondern auch methodischer, inhaltlicher und normativer Art”.

An der TiHo wechseln immer mehr Institute und Kliniken zu den elektronischen Prüfungen. In den Diskussionen stellen wir aber immer wieder fest, wie wichtig es für uns ist, von den reinen MC-Fragen wegzukommen und neue Formate zu erschließen. Durch fallorientierte Items (rich real world tasks?) versuchen wir in der Millerschen Wissenspyramide aufzusteigen. Für uns ist hierbei die Synergie mit der Humanmedizin und ihren Ausbildungsforschern zum Thema Prüfungen sehr wichtig.

Wahlpflichtfach “eLearning Kardiologische Propädeutik”

Hier einige Informationen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Wahlpflichtfach 1146.

Das Wahlpflichtfach wird aus drei Phasen bestehen. 

1) Diesen Freitag (21.11.) erfolgt  um 13 Uhr c.t. die Einführungsveranstaltung im Hörsaal der Klinik für Kleintiere. Unter anderem wird eine kurze MC-Klausur als Pre-Test geschrieben.

2) Selbstlernphase mit dem eLearning-Modul im Netz (Daten werden im Einführungsseminar bekannt gegeben)

3) Mittwoch (26.11) von 14.00 bis 18.00 Uhr zunächst die Klausur als Posttest, dannKonsultation und Seminar. Alles in der Klinik für Kleintiere.

eLearning-Portal Tierseuchenkrisenfall online

Wir haben wirklich lange daran gearbeitet, viel länger als geplant. Aber aus den ursprünglich beabsichtigten sechs Videos sind mittlerweile fast 50 geworden…

Zusammen mit der Tierärztekammer Niedersachsen, dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und dem LAVES haben wir ein Portal mit Online-Vorträgen zum Tierseuchenkrisenfall geschaffen. Neben allgemeinen Informationen zu Tierseuchen und dem Umgang mit ihnen werden hier vor allem die aviäre Influenza, MKS und die klassische Schweinepest behandelt. Viele Experten halten Kurzvorträge zu den wichtigsten Aspekten und stellen weitere Informationen zur Verfügung.

Den Zugang erhalten Tierärztinnen und Tierärzte über die Kammer und Studierende über ihre Hochschule. Natürlich hoffen wir aber alle, das Portal nie für den Ernstfall gebrauchen zu müssen. 

Theory and Practice of Online Learning

Durch das E-Denkarium bin ich auf das eBook “Theory and Practice of Online Learning” von Terry Anderson aufmerksam geworden.

Es ist komplett kostenfrei online abzurufen und wird allen, die sich mit eLearning beschäftigen eine große Hilfe sein. Gerade für die neuen Drehbuchautoren in unserem VETlife-Projekt kann es einige Hilfstellungen bieten.

In diesen Open Access Angeboten sehe ich vor allem für diejenigen einen großen Vorteil, die sich nur “nebenberuflich” mit eLearning beschäftigen und den Großteil ihrer (meist eigenen) Mittel in Fachliteratur der eigenen Disziplin investieren. Gabi Reinmann spricht zu Recht an, dass durch kostenfreie Publikation oft der Effekt auf die wissenschaftliche Karriere verloren geht. Geschäftsmodelle wie das von German Medical Science, die Open Access und Impact Punkte miteinander verbinden, erscheinen mir da besonders zukunftweisend.

GMS ZMA: Schwerpunktheft Tiermedizin

Nach langer Arbeit ist nun endlich das Schwerpunktheft Tiermedizin der GMS Zeitschrift für Medizinische Ausbildung online. Insgesamt acht Beiträge konnten wir in dem Heft unterbringen, einige andere mussten wir auf eins der nächsten Hefte verschieben. Seit der Jahrestagung 2006 haben wir über ein solches Heft diskutiert. Endlich ist es gelungen. 

Tiermedizin in der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung - Ehlers und Friker

Quo vadis, Tiermedizin. Pro und Contra Tracking… - Ehlers, Stadler, Wilcken, Möbs, Tipold

Entwicklung neuer Kommunikationswege - Einsatz von Foren in der Tiermedizin - Wilcken, von Berg, Balterseer, Carl, Wagels, Ehlers

Vermittlung von Naturheilverfahren in der Veterinärmedizin mittels E-Learning - Arlt, Schmidt, Fidelak, Heuwieser

OnLineLectures - eLearning als Ergänzung der tierärztlichen Fortbildung - Ehlers, Ehlers, Behr, Kähn, Bollwein, Leidl

Organisation der Promovierendenvertretung (ProV) in der Tiermedizin - Schaudien und Rauch

Die Einführung des “Intensivstudium München” in das Curriculum der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München - Stadler und Hartmann

Einführung und Evaluierung des praktischen Jahres an der Tierärztlichen Hochschule Hannover - Wagels, Feige, Tipold

BpT-Kongress: eLearning für die tierärztliche Fortbildung

Heute durfte ich nun also mit Rolf Wagels zusammen auf dem BpT-Kongress im Track “Pferd” einen Vortrag über den Einsatz von eLearning in der Fortbildung für die tierärztliche Praxis halten. Nachdem wir zunächst viele Bekannte auf der ganz schön großen Fachmesse getroffen haben, haben dann knapp 200 Interessierte unserem Vortrag auf der Konferenz gelauscht. 

Die Fragen und Anregungen nach dem Vortrag waren auch ziemlich gehaltvoll und vielversprechend. Von “wie vertragen sich Lehrmeinungen und LifeLongLearning?” (gar nicht) bis “können wir nicht auch so die Prüfungen der TFA durchführen?” (ja, sofort). Ich hoffe, dass heute nicht nur potentielle Kunden sondern vor allem viele neue Mitstreiter gewinnen können.

Tag der offenen Tür


Klinik für Pferde, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Morgen findet an der TiHo der Tag der offenen Tür statt. Das ist ein willkommener Anlass, dass die Studierenden ihren Eltern und Freunden die Hochschule zeigen, die Nachbarn sich das Gelände anschauen und Studieninteressierte sich informieren. Viele Institute und Kliniken werden teilnehmen, die Tore öffnen und Demonstrationen veranstalten. Auch Foren4vet wird ein eigenes Programm haben. Leider kann ich nicht teilnehmen, da ich mit Rolf Wagels zusammen auf dem BpT-Kongress über den Einsatz von eLearning in der tierärztlichen Fortbildung referieren darf. 

Wer aber in Hannover wohnt, dem sei (gerade zum Abschluss der Eurotier) ein Besuch der TiHo zum Tag der offenen Tür dringend empfohlen…

Was ist gutes eLearning

Mit dem VETlife-Projekt sind wir mittlerweile so weit, dass die Grobkonzepte vorliegen und wir uns mitten in der Entwicklung der Feinkonzepte und Drehbücher befinden. Da kommt der Tip aus dem Weiterbildungsblog gerade recht, der auf die eLearning-TopTips verweist.

Dort werden mittlerweile acht Tipps veröffentlicht, die die Gestaltung von WBTs erleichtern. Das beginnt mit dem Erzählen von Geschichten als Lernhilfe und führt im Moment bis zu wirtschaftlichen Vorteilen durch eLearning.

Dazu passt auch ganz gut der neue Podcast von Graham Attwell zum Thema “Training teachers and technology enhanced learning in Bejing”

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