Europawahl

Dieses Jahr ist es mal wieder so weit…ein Superwahljahr

Keine Angst, ich möchte gar nicht in den Chor der Twittergemeinde einstimmen, der sich bereits lauthals in Wahlempfehlungen oder auch Diffamierungen ergeht. Wer sich aber nicht ganz sicher ist, wo das Kreuz zu setzen ist, dem empfehle ich die neutralen Entscheidungshelfer Wahl-o-mat oder Euprofiler. Bei der einen oder dem anderen mag die Nutzung allerdings mit einer Überraschung enden, da das eigene Wahlverhalten oft gar nicht sachgeprägt ist, sondern eher Tradition, Erziehung oder persönlichen Sympathien entspringt.

Ich finde es wichtig, überhaupt wählen zu gehen, denn das ist in einer Demokratie schon mal der erste Schritt an der Gestaltung teilzunehmen. Eine Frage, die ich in Diskussionen immer wieder erlebe, ist, sollte das gewählt werden, was für das ganze Land das Beste ist, oder doch lieber das, was für mich persönlich am besten ist. Vielleicht ist aber gerade auch diese subjektive Divergenz ein ganz wesentliches Problem, dass zur Politkverdrossenheit beiträgt.

The Sixth Sense

Während wir hier noch diskutieren, welches das beste Handy ist und ob es mLearning ermöglicht, stellt Pattie Maes bei TED mal die Zunkunft vor:

 

Us Now – Konnektivismus in Gesellschaft und Politik?

Durch netzpolitik.org bin ich auf die Dokumentation Us Now gestoßen. Zur Zeit ist ja die Diskussion groß, ob soziale Netzwerke das Leben bereichern oder gar zu “no life” führen.

 

Us Now from Banyak Films on Vimeo.

In den ersten 40 Minuten setzt sich die Dokumentation mit funktionierenden Netzwerken der elektronischen Informationsgesellschaft auseinander. Hier zeigt sich der große Zulauf und und immense Nutzen für die Teilnehmer. Vorgestellt werden Eltern in Mumsnet, Reisende, die durch couchsurfing einen Übernachtungsplatz und neue reale Kontakte haben, die Durchsetzungsfähigkeit von open source Initiativen wie Linux und das Beispiel von Ebbsfield United, der Fußballmannschaft, die von den Mitgliedern gecoacht und bis nach Wembley gebracht wurde. Ein Erfolg, der bei dem deutschen Pendant Fortuna Köln noch aussteht. 

Dieser Übergang vom “Nutzer” zum Produzenten in einer Gesellschaft, in der jeder irgendwie erreichbar ist, enstpricht in seinen Grundzügen der Lerntheorie des Konnektivismus. Hier findet durch die Netzwerke die “Integration des Kunden” statt. Auch wirtschaftliche Beispiele, wie Slice the Pie, wo Musikfans per Netzwerk neue Band selbst produzieren, oder zopa, wo Netzwerke Banken ersetzen sollen, werden beschrieben.

Die letzten 20 Minuten versuchen nun, dieses Prinzip auf die Politik und Regierungen zu übertragen. Ist dies überhaupt möglich, dass Demokratie mehr ist, als alle vier Jahre zu wählen? Unter dem Schlagwort Goverment 2.0 werden erste Erfolge von Online-Campaigns (The Point) oder das Beispiel der Grünen in Kanada, die ihr Parteiprogramm kollaborativ in einem Wiki entwickelt haben, vorgestellt. Ähnliche Ansätze gibt es ja auch bei uns mit Abgeordnetenwatch oder den ePetitionen. Natürlich soll es nicht auf reine DIY-Länder hinauslaufen, aber es bietet eine Chance, die Bürger bei aller Politikverdrossenheit und rückläufigen Mitgliederzahlen in den Parteien stärker in die politische Entscheidungsfindung zu integrieren.

Es ist auf jeden Fall ein lohnender Film. Bei dem regnerischen Wetter heute ideal um mit einer Tasse Kaffee (meinetwegen auch Tee) in der Hand mal eine Stunde lang unterhalten und zum Nachdenken angeregt zu werden.

Mein Studienfreund André setzt sich in seinem Blog heute zufälligerweise auch mit dem Thema Konnektivismus als Lerntheorie auseinander. 

Auch mal holperig zum Ziel

Nachdem unser erster Versuch mit dem virtuellen Klassenraum von netucate so gut geklappt hat, hatten wir uns für gestern gleich etwas mehr vorgenommen. Die Abschlussdiskussion für das Wahlpflichtfach “Neuroimmunologie” sollte gleichzeitig im Hörsaal und im virtuellen Klassenraum stattfinden. Der organisatorische Aufwand war gleich ein anderer. Kurzfristig musste alles hinter bzw. um die Firewall der Klinik herum installiert werden. Videopräsentationen und Zuschaltung des Berner Dozenten waren geplant.

Und da gingen die Probleme dann los. Leider konnten wir Prof. Vandervelde wegen defektem Headset nicht zuschalten und gerade bei ihm ließ der Chat keine Eingabe zu. Also wichen wir hier zur ABsprache doch aufs Telefon aus. Trotzdem hatten wir bei der Veranstaltung 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 13 davon im virtuellen Klassenraum. Die Präsentation ging sehr gut. Im Hörsaal und Chat wurde viel über das Thema diskutiert, Fragen gestellt und Antworten gegeben. Soweit lief alles perfekt. Wir mussten allerdings einsehen, dass es nicht möglich ist, Videos mit 50MB allen online zu zeigen. Nächstes Mal fahren wir dann doch Qualität und Dateigröße wieder zurück. Leider hat uns alle nach gut einer Stunde der Server aus dem Klassenraum geworfen. Doch wir werten es mal als Zeichen der Qualität der Veranstaltung, dass sich 11 Teilnehmer sofort wieder angemeldet haben.

Es war etwas holperig, aber wir haben den Kurs erfolgreich durchgeführt. Wir konnten einiges lernen und erfahren, wie anstrengend es ist, zwei verschiedene Sorten Publikum parallel zu unterhalten. Wir sind natürlich gespannt auf die Ergebnisse der Evaluation, aber ich glaube, wir haben ein Format gefunden, in dem wir mit etwas Übung regelmäßiger unterrichten werden. Im nächsten Semester soll der Kurs dann mit drei Hochschulen stattfinden. Wir bereiten uns darauf vor…

Wer hat den Käse zum Bahnhof gerollt…

Marcus Beckedal betreibt das Blog netzpolitik.org schon eine ganze Weile und kreiiert damit eine “Plattform für Freiheit und Offenheit im digitalen Zeitalter.” Ich bin eigentlich erst durch einen Artikel in Spiegel online auf das Blog aufmerksam geworden. Beckedal hat nämlich im Rahmen der Überachungsmaßnahmen der Bahn ein Protokoll über eine Unterredung zwischen der Bahn und dem Datenschutzbeauftragten online gestellt. Und während die Bahn mittlerweile die Mitarbeiterüberwachung bestätigt, bekam Beckedal eine Abmahnung durch die Bahn

Und was hat die Bahn damit erreicht? Nun, eine Menge Publicity. Und zwar von der schlimmsten Sorte, denn mittlerweile wird nicht nur in Blogs und per Twitter über das Verhalten der Bahn gewettert, sondern auch die Massenmedien haben sich dieses Falles angenommen. 

Nun möchte man annehmen, dass dies der perfekte Zeitpunkt für einen “Lay down” der Bahn wäre, doch weit gefehlt. Man hält dort weiterhin an der Abmahnung fest und überlegt sich weitere Schritte, wenn das Ultimatum am Freitag abläuft. Mittlerweile haben sich sich JBB Berlin des Falles angenommen und ich könnte mir vorstellen, dass auch die Netzgemeinde zusammenlegt, um die Meinungsfreiheit und einen der ihren zu verteidigen und zu unterstützen.

Immerhin 40.000 Aufrufe konnte das Memo wohl bisher verzeichnen. Wirklich effektives virales Marketing. Wenn auch nicht für die Bahn…

Es bleibt abzuwarten, wie es weitergeht.

Google Apps an Hochschulen?

Während anderswo noch diskutiert wird, ob Google nun gut oder böse ist, hat die Universität Duisburg-Essen ein Zeichen gesetzt und die Google Applikationen für die Universitäts-eMail-Adressen freigeschaltet. Damit können die Universitätsangehörigen über eine Google-Seite mit UDE-Design Mails abrufen, Dokumente bearbeiten, Termine verwalten, Webseiten erstellen, chatten undsich eine eigene Startseite einrichten.

Wenn ich mir anschaue, was für ein Wirrwarr an unterschiedlichen Programmen zur Mail- und Terminverwaltung sonst oft an einer Hochschulde zu finden ist, ist dies vielleicht der richtige Weg. 

Bookmarks aus Keilschrift

Die Kestnergesellschaft zeigt zurzeit die Austellung “bookmarks – wissenswelten von der Keilschrift bis youtube“:

Das Internet verändert unseren Umgang mit Wissen radikal. Wie wir Wissen heute schaffen, ihm eine Form geben, es verbreiten und archivieren, unterscheidet sich in vielfältiger Weise von früheren Verfahren. Zugleich setzen die digitalen Möglichkeiten neben partizipativen Elementen auch eine Ästhetisierung in Gang, die vielfältige Erscheinungen von Wissen und neue Formen der ästhetischen Erfahrung schafft.
In Kooperation mit der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (GWLB) und der Leibniz Universität Hannover entzündet die Ausstellung bookmarks | wissenswelten von der keilschrift bis YouTube eine Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Wissenskultur am Beispiel ihrer populärsten Ausprägung YouTube – und konfrontiert sie mit 42 wertvollen Büchern, Schriften und Exponaten der vergangenen Zweitausend Jahre aus den Tresoren der GWLB. Einige dieser Schätze können zum Teil erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden. Allesamt Originale, die von Paradigmenwechseln in der Wissensproduktion vergangener Zeiten erzählen. In zahlreichen Veranstaltungen berichten darüber hinaus Wissenschaftler, Autoren und Künstler über spannende Fragen und Phänomene der Wissenswelten von der Keilschrift bis YouTube.

Das besondere daran: Die Ausstellung wird auch auf youtube begleitet.

Auf taz.de findet sich heute ein Interview zu der Ausstellung mit Frank-Thorsten Moll.

iGoogle als Startseite

Lange habe ich netvibes als Startseite gehabt, mit vielen Tabs und vielen Informationen. Nach einem Absturz bin ich auf iGoogle umgestiegen und habe es mir mittlerweile so bequem (und auf nur einer Seite) eingerichtet, dass ich es nicht mehr missen möchte.

So empfange ich auf der Seite die neuesten Informationen aus Facebook, GoogleMail, GoogleCalendar, und Twitter. Außerdem wird direkt die Wettervorhersage, ein Leo- und Wikipedia-Suchfeld sowie meine ToDo-List aud dem GoogleNotebook eingeblendet. 

Google-Studie zu Datenschutz in sozialen Netzwerken

Die taz berichtet heute von einer Google-Studie, in der vor Datenschutzproblemen in sozialen Netzwerken wie z.B. myspace oder Facebook gewarnt wird. Die Nutzerionformationen (Statusmeldungen, Verbindungen untereinander, Aktivitätsindex, etc.) seien von außen zu leicht einsehbar. Weiterhin wird z.B. an Facebook kritisiert, dass eine 

Verlinkung zwischen Website-Aktivitäten etwa auf E-Commerce-Angeboten und dem Freundesnetzwerk 

besteht. Ähnliche Probleme berichtet die Studie aber auch von der Verlinkung des GoogleReaders mit der Freundesliste von Google-Talk.

So interessant die Studie klingt, so schwer erscheint es mir jedenfalls, beurteilen zu können, wieviel davon “echte Besorgnis” ist und wieviel “Marketing für eigene Produkte”.

Nochmal Twitter


Ich hatte neulich schon mal über Twitter und die Verbindung zu Facebook geschrieben und eine kurze Diskussion mit Peter Weiland über Sinn und Unsinn von Mikrobblogs geführt.

Während ich mir noch vorgenommen habe, dieses Jahr vermehrt live-blogging von Tagungen zu versuchen, zeigt sich bei Twitter eine gewisse Kommunikationskultur zwischen den Followers. So werden Netzwerke durch direkte Kommentare aufgebaut und gestärkt. Als ich das gestern meiner Frau zeigte, sagte sie nur. Lustig, wie sms nur ganz öffentlich. Und das trifft es wohl ganz gut.

Einen Blog kann und wird Twitter nicht ersetzen, wie Michael Kerres gerade sehr gut dargelegt hat. Aber es stärkt wohl die Vernetzung und führt auch vermehrt zu den ausführlichen Blogs hin.

To follow me: http://twitter.com/multiermedia

 

EDIT: Kaum hatte ich dies losgeschickt, da finde ich in Martin Ebners E-Learning-Blog einen sehr interessanten Eintrag über Twitter und die Netzwerkbildung mit “Followers and Friends”

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