Md-C veranstaltet heute eine Blogparade zum Thema “Lernen durch Lehren”, was ich zum Anlass nehmen will, von meiner Masterarbeit zu berichten, die sich mit dem Thema “Peer-to-peer education” auseinandersetzte.
Seit mehreren Jahren bieten wir an der TiHo Wahlpflichtfächer an, in denen Studierenden in Gruppen von 4-6 CASUS-Lernfälle für ihre Kommilitonen erstellen. Angeboten wurden diese Kurse bisher von der Pferdeklinik, der Rinderklinik und dem Mikrobiologischen Institut.
Der Ablauf der Kurse ist stets sehr ähnlich. Zunächst erfolgen Einführungen in CASUS, Didaktik, EBM, Literaturrecherche und Befunddokumentation sowie Bild- und Videobearbeitung. Die Studierendengruppen bekommen dann ihre Patienten bzw. Fälle zugeordnet. Sie teilen die Themen ein, bereiten sie vor und halten darüber Kurzreferate (3 min!) vor allen Kursteilnehmern. Das ähnelt sehr den PBL-Kursen. Parallel untersuchen und dokumentieren sie ihren Patienten und schreiben dann einen CASUS-Fall dazu. Die Tutoren unterstützen sie dabei inhaltlich, technisch und didaktisch.
Um den Kurs beurteilen zu können, wurden 11 CASUS-Autoren und 6 Tutoren qualitativ befragt und die Meinung von 42 Studierenden quantitativ erfasst.
Dabei stellte sich heraus, dass der Kurs nicht wie erhofft eine Zeitersparnis für die Dozenten bei der Fallerstellung darstellte, sondern eher einen Mehraufwand. Trotzdem zeigten sich für alle Beteiligten sehr große Vorteile. Die fallerstellenden Studierenden hatten einen sehr großen Wissenszuwachs durch das eigene Lehren, die Institute durch steigende Reputation und neue Lehrmaterialien, die fallbenutzenden Studierenden durch genau auf sie zugeschnittene Fälle und die Tutoren durch neue Impulse für ihre Lehre und qualitativ hochwertige Fälle.
Für uns hat sich gezeigt, dass der Lernerfolg und die Motivation deutlich höher war, wenn die Studierenden lernen, um das Wissen im Sinne von LdL wieder an Kommilitonen weiterzugeben. Es wird viel mehr diskutiert, was wirklich wichtig ist und wie dieses vermittelt werden kann.
Im Sommersemster bieten wir diesen Kurs erstmalig im Bereich “Lebensmittelqualität und -sicherheit” an.