eAssessment auf der Ideenexpo

Die TiHo ist auch dieses Jahr wieder mit einem Stand auf der Ideenexpo vertreten. Zusätzlich wurden wir gefragt, ob wir auf der Ideen-Expo-Bühne am Dienstag an der Veranstaltung “Neue Wege fürs…Lernen” über den Einsatz von eLearning berichten können. Um den Expertentalk etwas aufzulockern und auch tatsächlich etwas praktisches zu machen, haben wir anschließend mit den Schülerinnen und Schülern eine Klausur geschrieben. Natürlich keine schwierigen tiermeidzinischen Fragen, sondern einfach Fragen rund um das Studium und die TiHo. Das ganze als Multiple Choice oder Bildanalyse (z.B. “Klicke auf den Fußabdruck des Rindes”). Die Firma Codiplan, die auch bei uns die Klausuren technisch betreut, hat 80 Tablet-PCs mitgebracht, sodass wir einige der Teilnehmer einbinden konnten.

Tatsächlich haben wir es geschafft, das Interesse der Kids für eins der Expertenthemen zu wecken und hatten die Fläche vor der Bühne schnell wieder gefüllt (oft leert sich die Fläche, wenn nicht gerade die schrägen Professoren auftreten). Das Interesse war so groß, dass wir unseren Zeitslot voll ausnutzen mussten und die Klausur gleich zweimal geschrieben haben. Voller Eifer waren die Kinder und Jugendlichen dabei, möglichst viele Punkte zu erreichen, während sich einige Lehrer nach den Einsatzmöglichkeiten in der Schule erkundigt habe.

Der Einsatz der Geräte war problemlos und musste den Jugendlichen kaum erklärt werden, da der Umgang mit Computern für sie vollkommen selbstverständlich war. Es hat sich sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrern gezeigt, dass eAssessment nicht allein für Hochschulen und Firmen interessant ist, sondern auch in den schulischen Bereich vordringt.

Qualität entwickeln – Standards sichern – mit Differenzen umgehen

Im Blog von Gabi Reinmann auf eine BMBF-Publikation zum Thema Bildungsstandards aufmerksam geworden (Kurzfassung). Hierzu gibt es auch ein kommentiertes Exzerpt von Gabi Reinmann, die hierin zu dem Schluss kommt, dass der Hochschulsektor in diesem Bereich hinterher ist. Hier sei noch viel über Standards, Kompetenzen und Output nachzudenken. 

Da wir in der Tiermedizin sehr viel über Ersttagskompetenzen bis hin zu Generic Skills diskutieren, ist für manchen die Lektüre der Studie bestimmt interessant.

Ein Hörsaal voller Kinder…

Am 28. Januar war es wieder soweit. Die TiHo durfte eine Vorlesung der “KUH – Kinderuni Hannover” ausrichten. Während die anderen Hochschulen sich mit Tsunamis und Vulkanausbrüchen, der Stimme von Bibi-Blocksberg oder dem Energiesparen auseinandersetzten, ging es an der TiHo darum, woher eigentlich die Ferkel kommen. Den Vortrag hat Dagmar Waberski von der Reproduktionsmedizinischen Einheit der Kliniken gehalten und da die Kinder mit dem Feedback-System abstimmen konnten, war auch die eLearning-Beratung beteiligt. Fast bis zur letzten Minute haben wir an der Präsentation mit aufwendigen Videos und interaktiven Fragen gebastelt. Für mich war die Kinderuni eine gute Gelegenheit, Finn und Janna mal in den Hörsaal zu bringen.

 

Schon fast eine Stunde vor Vorlesungsbeginn stürmten die ersten Kinder das Gebäude der Pathologie und ließen sich ihre Studentenausweise am Einlass abstempeln. Dann wurden sie von den Eltern, Großeltern oder begleitenden Lehrern getrennt, denn der Zugang zum Hörsaal war nur Kindern gestattet. Die Begleiter mussten sich im Foyer oder dem Kursraum die Übertragung anschauen. Schnell war der Hörsaal brechend voll und die Stimmung riesig. Als für die Pressfotos das erste Ferkel hereingebracht wurde, war es fast schwer, die Kinder auf ihren Plätzen zu halten. 

Dann begann Dagmar Waberski mit ihrer Vorlesung. Umfassend konnten die kleinen Zuhörer in fast 45 Minuten lernen, warum es “Schwein gehabt” heißt, wie Schweine domestiziert wurden, wofür wir Schweine alles nutzen und wie die Besamung und Trächtigkeit abläuft.

Durch das Abstimmsystem konnten wir von den jungen Studierenden erfahren, dass sie vor allem Schnitzel mit Pommes lieben, sich nicht sicher sind, ob ein Mensch durchschnittlich 40kg oder 400kg Schweinefleisch im Jahr isst und dass auch über die Höchstferkelzahl pro Sau im Jahr Uneinigkeit herrscht (fein aufgeteilte Ergebnisse von 10-30 Ferkeln). Auch wenn wir nicht für jedes Kind ein Abstimmgerät vorhalten konnten, haben die sehr engagierten studentischen Hilfskräfte sie jedes Mal so neu verteilt, dass alle viel Spaß hatten.

Den Abschluss der Vorlesung brachte ein Film über eine Ferkelgeburt. Das beeindruckte unsere kleinen Gäste schon sehr, doch dann folgte der endgültige Höhepunkt. Eine Minipig-Sau mit sieben Ferkeln wurde in den Hörsaal gebracht.

 

Nun gab es kein Halten mehr. Alle Kinder wollten die Ferkel aus nächster Nähe sehen und am besten noch streicheln. Es folgte ein lustiges Gedränge, in dem es aber doch alle schafften, das “Lehrobjekt” zu berühren und mit dem Wunsch nach Hause zu gehen, selbst ein Schwein zu haben.

Ich glaube, ich habe vorher noch nie so viele glückliche und interessierte Kindergesichter gesehen. Solch eine Kinderuni ist wirklich eine tolle Idee. Im nächsten Semester werde ich wohl nicht nur zur Veranstaltung in der TiHo gehen müssen.

Augen auf, Eltern

Sido: Augen auf (youtube)

Während wir uns früher mit “We don´t need no education” noch gegen autoritäre Strukturen wehren wollten, schlägt die Musik heute den genau entgegengesetzten Weg ein. 

So werden wir Eltern von Sido angemahnt:

Hey… Mama mach die Augen auf. 
Treib mir meine Flausen aus. 
Ich will so gern erwachsen werden und nicht schon mit 18 sterben. 
Hey… Papa mach die Augen auf. 
Noch bin ich nicht aus dem Haus 
Du musst trotz all der Schwierigkeiten Zuneigung und Liebe zeigen.

Die Zeiten ändern sich…

Pro und Contra “Killergames”

Durch das Observatorium von Daniel Ammann bin ich auf das Medienheft aufmerksam geworden. Dort wird sich mit dem pro und contra eines Verbotes von “Killerspielen” auseinandergesetzt. Die Artikel sind frei verfügbar.

Bei uns sind zwar immer noch Pokémon aktuell, dass Problem zeichnet sich aber am Horizont allmählich ab. So beschäftigen wir uns schon mal möglichst früh mit dem besten Umgang mit solchen spielen. Die eine oder andere Diskussion über GTA haben wir mit den Kindern schon geführt…

Serious Game: WolfQuest

Wolfquest

Muss man Ressourcen, die bereits bei ehrensenf vorgestellt wurden, überhaupt noch erwähnen oder gehren die schon zum Allgemeingut?

Im Rahmen der Vorstellung von serious games hatte Peter letzten Sommer Sharkrunners vom Discovery Channel in seinem Blog beschrieben. Wegen urlaubsbedingten Real-Meer-Erlebnissen bin ich hier nicht weiter darauf eingegangen, obwohl es vielleicht auch tiermedizinisches Interesse gefunden hätte.

Dieses Versäumnis mache ich jetzt mit diesem Posting hoffentlich wieder gut, in dem ich WolfsQuest vorstelle. Herausgegeben vom Minnesota Zoo soll es in verschiedenen (nach und nach veröffentlichten) Episoden das Verständnis für Wölfe fördern. Allein oder online im Multiplayer-Mode kann man hierbei in die Rolle eines Wolfes schlüpfen, soziale Interaktionen üben und “in der Wildnis überleben”.

Natürlich wird hier nicht 100%ig die Realität abgebildet, aber es ist allemal besser, als Moorhühner abzuschießen…

Elchjagd

Pandas in virtuellen Welten

Am Freitag haben wir die (hoffentlich) letzten Klausuren im Masterstudium hinter uns gebracht. Nachdem am Samstag dann die Masterarbeiten und mündlichen Prüfungen besprochen waren, konnten wir an einem semesterübergeifenden Seminar “Lernen in virtuellen Welten” teilnehmen.

 P A N F U

Tanja Adamus und Nadine Ojstersek haben uns erst in Vorträgen die verschiedenen MUVEs (Multi-user virtuell enviroments) sowie deren Nutzergruppen, Nutzungsarten und Lernpotentiale vorgestellt. Die Vorträge werden hier wohl noch online gestellt.

In einzelnen Gruppen haben wir dann einzelne Welten auf Herz und Nieren überprüft. Ich hatte das große Glück, mit Roland Fischer, André Lenich, Thomas Stierli Caspar Noetzli, David Zöllner und Stanley Schwab in einer Gruppe zu sein. Von There haben wir uns schnell verabschiedet, da es wie ein SecondLife Abklatsch mit eingeschränkten Funktionen erscheint. Statt dessen haben wir uns ausgiebigst mit Panfu beschäftigt, einer virtuellen Welt für Kinder, in der alle Nutzer als Pandas erscheinen.

Nachdem ich in dem Seminar gestern noch dachte, das wäre alles zu niedlich und würde vor allem meinem Sohn nicht gefallen (keine Pokémons!), wurde ich heute eines besseren belehrt. Zusammen mit Janna und Finn bin ich heute nochmal durch diese Welt gegangen. Und sie hatten riesigen Spaß. Innerhalb kürzester Zeit wurden eCards verschickt und Freundschaften geschlossen, die Welt erkundet und Spiele gespielt sowie große Wasserbombenschlachten angezettelt. Und tatsächlich haben sie auch etwas gelernt: den Umgang mit Maus und Tastatur geübt, in virtuellen Welten navigiert, kommuniziert, geschrieben und gelesen sowie über die anderen Pandas nachgedacht (da waren die Funktionen wieder: situativ, reflexiv, sozial, biografisch…).

Spiele in Panfu   Finns Freundesausbeute nach 15 Minuten

Fazit: Ich hoffe, dass wir solche Seminare noch öfter machen. Und damit der Nutzen nicht rein privat ist, werde ich mich in nächster Zeit mal auf die Suche nach (tier)medizinischen Darstellungen in Second Life machen. 

Medienkompetenz

Bei den Kindergärtnerinnen und Lehrern meiner Kinder bin ich bestimmt schon verrufen, da ich ihnen während der Bloglektüre immer wieder Links zur Förderung von Medienkompetenz bei Kindern schicke. Nun wähle ich die weniger aufdringliche Methode und setze die Links statt dessen in mein Blog. Unter anderem auch durch André inspiriert, der sich mit diesem Thema wohl in seiner Masterarbeit auseinandersetzen wird. Viele Anregungen finde ich bei Thomas Stierli und Patricia Koell.

Meine Lieblingsprojekte zur Zeit  sind:

Elternabend zur Medienkompetenz in Kindergarten und Schule. Wenn ich mir die durchweg hohe Ausrüstung der Zweitklässler mit elektronischen Gadgets (Gameboy, DS, Handy, Wii, Playstation, Internet…) und die große Affinität zum Fernsehen anschaue, scheint es mir durchaus sinnvoll, dass sich Eltern und Lehrer austauschen und ihre eigenen Kompetenzen kombinieren.

Mit der Netzzeitung können Schulklassen eigene Artikel im Look-and-Feel von richtigen Zeitungen (z.B. SZ oder TAZ) erstellen. Damit können sie Medienarbeit üben und ihr Ergebnis richtig verteilen.

Noch weiter geht JAM (Jugendliche als Medienforscher). Im Sinne des forschenden Lernens entwickeln Schüler hier selbst Unterrichtsmaterialien zu den Medien Fernsehen, Handy, Computerspiele und Medien. 

Es ist faszinierend, wie sich der bewahrpädagogische Ansatz in vielen Projekten zu einer frühen Förderung der Medienkompetenz gewandelt hat. Nun ist es wohl an uns Älteren, nachzuziehen.