Die Plastikkuh

Das Lehren des Rektalisierens und der künstlichen Besamung in der Tiermedizin ist nicht ganz einfach, da es in der Kuh stattfindet und daher für den Lehrer schwierig ist, nachzuvollziehen, was die Studierenden gerade machen. Daher werden die ersten Schritte oft am Phantom mit Organen vom Schlachthof gemacht. Damit wird gut auf die Übungen am lebenden Tier vorbereitet und auch während dieser Zeit können Fragen immer wieder am Phantom geklärt werden.

Um diese Übungen noch wirkungsvoller zu gestalten, gibt es verschiedenen Ansätze. Wir diskutieren schon lange mit Sarah Baillie über ihre Haptic Cow, die es aber bisher leider nicht außerhalb von Großbrittanien zu erwerben gibt. 

Heute nun wurde in der Rinderklinik ein Phantom von Breed´n Betsy vorgestellt. Es simuliert Kühe und Stuten durch auswechselbare Becken, Organe und “Endplatte”. Geübt werden können Zyklusdiagnostik, Besamungen, Trächtigkeitsdiagnosen und auch Geburtshilfe. Nach Aussagen der Kliniker fühlt sich alles sehr realistisch an. In der Parallelität zum Unterricht am lebenden Patienten kann durch den Einsatz eines solchen Phantoms die Lehre bestimmt gefördert werden. 

Ein Hörsaal voller Kinder…

Am 28. Januar war es wieder soweit. Die TiHo durfte eine Vorlesung der “KUH – Kinderuni Hannover” ausrichten. Während die anderen Hochschulen sich mit Tsunamis und Vulkanausbrüchen, der Stimme von Bibi-Blocksberg oder dem Energiesparen auseinandersetzten, ging es an der TiHo darum, woher eigentlich die Ferkel kommen. Den Vortrag hat Dagmar Waberski von der Reproduktionsmedizinischen Einheit der Kliniken gehalten und da die Kinder mit dem Feedback-System abstimmen konnten, war auch die eLearning-Beratung beteiligt. Fast bis zur letzten Minute haben wir an der Präsentation mit aufwendigen Videos und interaktiven Fragen gebastelt. Für mich war die Kinderuni eine gute Gelegenheit, Finn und Janna mal in den Hörsaal zu bringen.

 

Schon fast eine Stunde vor Vorlesungsbeginn stürmten die ersten Kinder das Gebäude der Pathologie und ließen sich ihre Studentenausweise am Einlass abstempeln. Dann wurden sie von den Eltern, Großeltern oder begleitenden Lehrern getrennt, denn der Zugang zum Hörsaal war nur Kindern gestattet. Die Begleiter mussten sich im Foyer oder dem Kursraum die Übertragung anschauen. Schnell war der Hörsaal brechend voll und die Stimmung riesig. Als für die Pressfotos das erste Ferkel hereingebracht wurde, war es fast schwer, die Kinder auf ihren Plätzen zu halten. 

Dann begann Dagmar Waberski mit ihrer Vorlesung. Umfassend konnten die kleinen Zuhörer in fast 45 Minuten lernen, warum es “Schwein gehabt” heißt, wie Schweine domestiziert wurden, wofür wir Schweine alles nutzen und wie die Besamung und Trächtigkeit abläuft.

Durch das Abstimmsystem konnten wir von den jungen Studierenden erfahren, dass sie vor allem Schnitzel mit Pommes lieben, sich nicht sicher sind, ob ein Mensch durchschnittlich 40kg oder 400kg Schweinefleisch im Jahr isst und dass auch über die Höchstferkelzahl pro Sau im Jahr Uneinigkeit herrscht (fein aufgeteilte Ergebnisse von 10-30 Ferkeln). Auch wenn wir nicht für jedes Kind ein Abstimmgerät vorhalten konnten, haben die sehr engagierten studentischen Hilfskräfte sie jedes Mal so neu verteilt, dass alle viel Spaß hatten.

Den Abschluss der Vorlesung brachte ein Film über eine Ferkelgeburt. Das beeindruckte unsere kleinen Gäste schon sehr, doch dann folgte der endgültige Höhepunkt. Eine Minipig-Sau mit sieben Ferkeln wurde in den Hörsaal gebracht.

 

Nun gab es kein Halten mehr. Alle Kinder wollten die Ferkel aus nächster Nähe sehen und am besten noch streicheln. Es folgte ein lustiges Gedränge, in dem es aber doch alle schafften, das “Lehrobjekt” zu berühren und mit dem Wunsch nach Hause zu gehen, selbst ein Schwein zu haben.

Ich glaube, ich habe vorher noch nie so viele glückliche und interessierte Kindergesichter gesehen. Solch eine Kinderuni ist wirklich eine tolle Idee. Im nächsten Semester werde ich wohl nicht nur zur Veranstaltung in der TiHo gehen müssen.

Weihnachtsgeld?


Cholera in Simbabwe

 


Hungersnot in Äthiopien

 


Patenschaft
 

 

Straßenkinder in Deutschland

 


Tiere in Not

eLearning-Portal Tierseuchenkrisenfall online

Wir haben wirklich lange daran gearbeitet, viel länger als geplant. Aber aus den ursprünglich beabsichtigten sechs Videos sind mittlerweile fast 50 geworden…

Zusammen mit der Tierärztekammer Niedersachsen, dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und dem LAVES haben wir ein Portal mit Online-Vorträgen zum Tierseuchenkrisenfall geschaffen. Neben allgemeinen Informationen zu Tierseuchen und dem Umgang mit ihnen werden hier vor allem die aviäre Influenza, MKS und die klassische Schweinepest behandelt. Viele Experten halten Kurzvorträge zu den wichtigsten Aspekten und stellen weitere Informationen zur Verfügung.

Den Zugang erhalten Tierärztinnen und Tierärzte über die Kammer und Studierende über ihre Hochschule. Natürlich hoffen wir aber alle, das Portal nie für den Ernstfall gebrauchen zu müssen. 

Leben mit Bruce

Heute berichtet Spiegel online über eine skurile Geschichte aus Australien. Eine Rentnerin fütterte dort ein verwildertes Hausschwein an, dass schnell lernte, dass es durch bedrängen und terrorisieren zu Futter kam. Während sie am Anfanf das mediale Interesse genoss und Ihr Leben mit dem Schwein Bruce so beschrieb:

“Bruce ist so ein schönes, männliches Schwein, aber er ist auch so groß und so fordernd.”,

nahm der Terror dann doch Überhand, da sie sich nicht mehr frei in ihrem Haus (geschweige denn im Garten) bewegen konnte. Also mussten Wildhüter das Schwein auf eine Schweinefarm bringen.

Und die Moral? Behaviorismus funktioniert? Füttere keine fremden Tiere an? Bruce will es?

Tag der offenen Tür


Klinik für Pferde, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Morgen findet an der TiHo der Tag der offenen Tür statt. Das ist ein willkommener Anlass, dass die Studierenden ihren Eltern und Freunden die Hochschule zeigen, die Nachbarn sich das Gelände anschauen und Studieninteressierte sich informieren. Viele Institute und Kliniken werden teilnehmen, die Tore öffnen und Demonstrationen veranstalten. Auch Foren4vet wird ein eigenes Programm haben. Leider kann ich nicht teilnehmen, da ich mit Rolf Wagels zusammen auf dem BpT-Kongress über den Einsatz von eLearning in der tierärztlichen Fortbildung referieren darf. 

Wer aber in Hannover wohnt, dem sei (gerade zum Abschluss der Eurotier) ein Besuch der TiHo zum Tag der offenen Tür dringend empfohlen…

Lehre in der Reproduktionsmedizin

ICAR 2008 - Plenum

Letzte Woche war ich in Budapest auf dem ICAR 2008, wo ich an dem Workshop “New Applications of Technology for Education in Reproductive Science”, den Phil Senger (Current Conceptions, USA) ausgerichtet hat, mit folgendem Beitrag teilnehmen durfte:
EHLERS JP, TIPOLD A, KASKE M, BOLLWEIN H: Feedback-Systems for Formative and Summative Assessment in Lectures of Veterinary Medicine.
Außerdem hat Angela Oki (Current Conceptions, USA) über Lernen mit TCAD (Time Compressed Animated Delivery) und Graeme Martin (School of Animal Biology, Australia) über den Einsatz von Lectopie (11.000 aufgezeichnete Vorlesungen im Jahr!!!) berichtet.

Insgesamt haben an der Conference über 1.100 Reproduktionsmediziner aus der ganzen Welt teilgenommen. Zum ersten Mal wurde neben den vielen fachlichen Sitzungen und Workshops eine eigene “Education-Session” ausgerichtet, die über 80 Zuhörer in den damit völlig überfüllten Raum lockte. Durch den Einsatz des Feedback-Systems entstand von Anfang an eine echte Workshop-Athmoshäre, in der viel diskutiert wurde. Dies war ein sehr gelunger Anfang einer fachspezifischen Education-Initiative, die hoffentlich 2012 auf dem nächsten ICAR in Vancouver Fortsetzung findet…

ICAR 2008 - Industrieausstellung

Serious Game: WolfQuest

Wolfquest

Muss man Ressourcen, die bereits bei ehrensenf vorgestellt wurden, überhaupt noch erwähnen oder gehren die schon zum Allgemeingut?

Im Rahmen der Vorstellung von serious games hatte Peter letzten Sommer Sharkrunners vom Discovery Channel in seinem Blog beschrieben. Wegen urlaubsbedingten Real-Meer-Erlebnissen bin ich hier nicht weiter darauf eingegangen, obwohl es vielleicht auch tiermedizinisches Interesse gefunden hätte.

Dieses Versäumnis mache ich jetzt mit diesem Posting hoffentlich wieder gut, in dem ich WolfsQuest vorstelle. Herausgegeben vom Minnesota Zoo soll es in verschiedenen (nach und nach veröffentlichten) Episoden das Verständnis für Wölfe fördern. Allein oder online im Multiplayer-Mode kann man hierbei in die Rolle eines Wolfes schlüpfen, soziale Interaktionen üben und “in der Wildnis überleben”.

Natürlich wird hier nicht 100%ig die Realität abgebildet, aber es ist allemal besser, als Moorhühner abzuschießen…

Elchjagd

Tierische Blogs

Während die Kinder das gute Wetter dazu nutzten, der Nachbarschaft die Sonntagmorgen-Ruhe zu rauben, war ich im Netz auf der Suche nach Tier-Blogs unterwegs. Dabei bin ich auf diese Linkliste gestoßen. Zuerst war ich erstaunt, wie wenig Einträge es hier gibt, dann hat mir die Oberfläche aber ganz gut gefallen. Etwas ähnliches sollten wir für die tiermedzinische eLearning-Sammlung einführen, damit eine Bewertung und Kommentierung der einzelnen Einträge schnell und einfach möglich ist.

P.S. Die Google-Blogsuche hat dann doch noch eine Menge weiterer Tierblogs ausgeworfen…

Lifestyle-Hundeportal eröffnet

Wieder zurück aus Dänemark, habe ich gerade festgestellt, dass Hubert Burda Media ihr Hundportal HalloHund eröffnet hat bzw. der Blog schon mal online ist. Welche Vielfalt wir hier noch zu erwarten haben, wird bei dieser Stellenanzeige deutlich. Allerdings ist die Konkurrenz auch schon bereits auf der Strecke, z.B. mywuff.com oder die verschiedenen Hundeforen.

Internationale Vorbilder sind bestimmt dogster oder petster. Die Technik der Zukunft ist aber m.E. SNIF (social networking in fur) worauf ich im cio weblog gestoßen bin. Durch einen Halsbandanhänger wird das online-Netzwerk beim Gassigehen durch Datenaustausch zwischen den Hunden erweitert. Spätestens damit ist der Hund doch das Anmach-Accessoire Nr. 1.

Auch wenn die Meinungen im Netz zu “HalloHund” auseinander gehen, wird es sehr spannend sein, zu beobachten, wie sich das Portal mit dem Background der Hubert Burda Media entwickelt. Ich werde das Feed auf jeden Fall abonnieren.