Tierische Blogs

Während die Kinder das gute Wetter dazu nutzten, der Nachbarschaft die Sonntagmorgen-Ruhe zu rauben, war ich im Netz auf der Suche nach Tier-Blogs unterwegs. Dabei bin ich auf diese Linkliste gestoßen. Zuerst war ich erstaunt, wie wenig Einträge es hier gibt, dann hat mir die Oberfläche aber ganz gut gefallen. Etwas ähnliches sollten wir für die tiermedzinische eLearning-Sammlung einführen, damit eine Bewertung und Kommentierung der einzelnen Einträge schnell und einfach möglich ist.

P.S. Die Google-Blogsuche hat dann doch noch eine Menge weiterer Tierblogs ausgeworfen…

ed-Film

Durch Nicole habe ich gerade erfahren, dass es jetzt auch einen Film über den Masterstudiengang “Educational Media” gibt.

Hiermit sei er jedem, der sich für eine Weiterbildung im Bereich Mediendidaktik interessiert, wärmstens ans Herz gelegt:

(Bitte hier klicken, da ich ihn auch nicht eingefügt bekomme)

GMW 2007

Obwohl sie dieses Jahr in Hamburg, meiner Heimat, stattfand, musste ich wegen der vielen anderen Tagungen, die sich in diesem Zeitraum tummeln, die GMW-Tagung für mich ausfallen lassen.

Um so schlimmer, wenn man dann allerorts liest (B. Braun, M. Kerres, eLearning-Bulletin, eTeaching.org), was für ein großer Erfolg sie gewesen sein muss.

Über den Konzeptblog von J. Wedekind wurde ich dann glücklicherweise auf die Nachlese- bzw. Nachanschaumöglichkeit per Videomitschnitten auf der GMW-Seite hingewiesen. Und der Tip mit den “unzeitgemäßen Anmerkungen” von R. Schulmeister erwies sich nicht nur als Gold sondern auch als absolut hörenswert:


Download

e-readiness

Über den Weiterbildungs-Blog habe ich heute erfahren, dass das neue E-Readiness-Ranking der Economist Intelligence Unit erhältlich ist. Hierbei wird bewertet, wie sehr Verbraucher, Firmen und Staat Informations- und Kommunikationstechniken zur Verfügung gestellt bekommen und nutzen. Dieses Jahr fanden wohl auch web2.0 Techniken Beachtung. Deutschland findet sich auf Platz 19, während Platz 1 von Dänemark belegt wird.

 (Oh fortschrittliches Skandinavien: Schweden Platz 2 (geteilt mit USA), Finnland 10, Norwegen 12…) 

Bewertung abgeschlossen

Wie letztes Jahr schon wurde auch heuer der GMA-Preis für ”Junge Lehrende” ausgeschrieben. Seit Wochen trage ich schon die mir zugeteilten 10 der insgesamt 12 Bewerbungen mit mir herum, ja hatte sie sogar nin Trondheim dabei, ohne wirklich Zeit zur Beurteilung zu finden.

Zeitig vor Abgabeschluss (Übermorgen!!) musste nun ein nächtlicher Gewaltakt her, um ein Votum abzugeben. Aber man kann hier nicht von einer Last sprechen, denn diese 10 Projektbeschreibungen geben einen tollen Übersicht über innovative Lehre in der Medizin. Bewarben sich letztes Jahr noch vornehmlich die Ausbildungsforscher um diesen Preis, stehen die diesjährigen Anträge eher im Zeichen der Unterrichtspraxis.

Diese Projekte geben einen guten Überblick, was mit einer gehörigen Portion Idealismus alles zu schaffen ist. Die Lektüre ist jedem empfohlen, der sich für medizinische Ausbildung interessiert. Ich hoffe, es wird einen Überblick über alle Projekte in der GMS ZMA geben. Interessierten an der TiHo gewähre ich gerne Einblick in meine Unterlagen.

Semesterstart in Sicht

Kein Monat mehr, dann startet das nächste Semester und wie jeden Winter beginnen wieder viele neue Tiermedizinstudierende. Heute schreiben sich bereits die 40% ein, die über die Abiturbestenquote oder über Wartezeit den Studienplatz bekommen haben. Wer den Motivationstest mitgemacht hat, muss noch zittern und warten, bis die ZVS bescheid gibt (26.09.).

Die TiHo war wie jedes Jahr wieder sehr beliebt bei den Bewerbern. Während es dutschlandweit durchschnittlich 5,5 Interessierte pro Platz gibt, haben sich an der TiHo 2216 auf die 255 Studienplätze beworben, also 8,7 pro Platz.

Weitere Daten sind über die ZVS zu beziehen.

Tiermedizinische Beiträge bei der AMEE-Tagung

Mit diesem Posting soll dann auch wirklich die AMEE-Berichterstattung abgeschlossen sein. Doch in den über 800 Beiträgen der drei Hauptkonferenztage fanden sich auch immerhin 15 (1,875%) Beiträge aus dem Bereich der Veterinärmedizin. Und diese sollen hier doch wenigstens kurz aufgeführt werden (etwas ausführlicher sind sie im Abstractband nachzulesen):

K. MacEachern (Glasgow, GB): Use of an Electronic Stethoscope in Clinical Veterinary Training.
Mit einem digitalen Phonendoskop wurden physiologische und pathologische Herztöne von Pferden aufgenommen. Der Einsatz dieser Aufnahmen half den Studierenden, sich besser auf die Untersuchung am lebenden Patienten vorzubereiten.

S. Tkalcic (Pomona, USA): Patholoy Psychomotor Skills in the Problem Based Learning (PBL) Curriculum.
In diesem Vortrag wurde der große Erfolg des Einsatzes von Modellen und Simulatoren im Kleingruppenunterricht “Pathologische Anatomie” beschrieben.

S. Hardy (Newcastle u T, GB): Supporting the Formation of Online Communities of Practice.
Durch den Einsatz von web2.0-Techniken (Blogs, Wikis, Social Bookmarking, RSS-Feeds) konnten von engagierten Dozierenden und Studierenden Communities of Practice aufgebaut werden.

S. Janska & N. Short (London, GB): Podcasting – A Student´s Perspective.
In studentischer Eigeninitiative wurden innerhalb von 4 Monaten über 60 Vorlesungen aufgezeichnet und zu Podcasts (mp3 per Audacity) umgewandelt. Die Nachfrage bei den Studierenden nach diesen Lernhilfen war immens.

K. Whittlestone et al. (Hatfield, GB): Developing a Student-centered Clinical Activity Tool – the Bee´s Knee or a Dog´s Dinner?
Durch den Einsatz von PDAs sollten Studierende angehalten werden, Lerntagebücher zu führen. Trotzdem wurden v.a. Oberflächenstrategien verwendet, wenn den Studierenden nicht direkt Tiefenstrukturen vorgegeben wurden. Der Einsatz der PDAs zeigte keinen Einfluß auf die Ausbildung von logischem, klinischem Denken.

N. Short & A. Lane (London, GB): Using Interactive Theatre in Veterinary Education to Promote Mental Health Awareness.
Da die Selbstmordrate bei Tiermedizinern in Groß Britannien extrem hoch, sollten Studierende frühzeitig auf den oft deprimierenden und anstrengenden Alltag vorbereitet werden. Da Diskussionsrunden nicht funktionierten, wurde ein Theaterstück einer Tierärztin aufgeführt, um auf Probleme hinzuweisen. Evaluierungen zeigten eine hohe Wertschätzung durch alle Beteiligten (Studierende, praktische Tierärztinnen, Standesvertreter).

J.C.M. Haarhuis et al. (Utrecht, NL): Why do Veterinary Medical Students Drop out?
Die sehr begehrten Tiermedizinstudienplätze werden in Utrecht nach Abiturbestennote und in einem Losverfahren verteilt. Trotzdem gibt es einen hohen Anteil an Abbrechern. Studierende mit gutem Abitur brechen vor allem ab, weil sie sich das Studium anders vorgestellt hatten, Studierende mit weniger guten Abiturnoten wegen der hohen Ansprüche im Studium.

D. Jaarsma et al. (Utrecht, NL): Using Alumnis Research to Assess two Different Educational Programs at a Veterinary College.
Anhand einer Alumni-Befragung sollte der Erfolf der Curriculumsreform dargestellt werden. Tatsächlich fühlten sich die Absolventen des neuen Curriculums deutlich besser auf den Beruf vorbereitet. Die Alumni-Befragung wird als sehr potentes Evaluationsinstrument angesehen.

J.P. Ehlers et al. (Hannover, D): Acceptability of Feedback-Systems for Formative and Summative Assessment in Veterinary Medicine.
In unserem eigenen Beitrag konnten wir die hohe Akzeptanz des Einsatzes von Feedback-Systemen für Lernerfolgskontrollen und Evaluationen nachweisen. Nach ersten Erfahrungen bewerteten die Studierenden den Einsatz dieser Systeme für Prüfungen ebenfalls positiv.

H. van der Maazen et al. (Utrecht, NL): Development and Implementation of an Integrated Veterinary Bachelor Master Curriculum in The Netherlands.
Hellen stellte die dritte Curricilumsreform innerhalb von 12 Jahren an der Uni Utrecht vor. In dem BA/ MA-Ansatz wird organbasiert vorgegangen und neue Bereiche wie z.B. Forschung, Ausbildungsmethoden, Evidenzbasierte Tiermedizin, professionelles Verhalten und Problemlösefähigkeiten wurden aufgenommen. Das erste Bachelor-Semester ist diese Woche gestartet.

S. Rhind et al. (Edinburgh, GB): Final Year Competency Assessment in Veterinary Medical Education: a Best Evidence Veterinary Medical education (BEVME) Review.
Die Examensprüfungen des letzten Studienjahres wurden anhand veterinärmedizinischer Literatur auf Evidence und Reliabilität überprüft. In der Tiermedizin gibt es bisher kaum Untersuchungen über den Einsatz von Prüfungemethoden. Als Aufgabe für die Zukunft wird der Vergleich mit Forschungsergebnissen aus der Medizin angestrebt.

B. Alessandrini et al. (Campo Boario – Teramo, I): Comparison Between Different Learning Methologies used in eLearning Courses for Veterinary Officers.
Verglichen wurden ein nichttutorierter Selbstlern-Fortbildungskurs ohne erreichbares Zertifikat mit einem tutorierten, zertifizierten Blended-Learning Kurs. Während es in dem ersten Kurs extrem viele vorzeitige Abbrecher gab, konnte in dem zweiten Kurs  hohe Nutzerzufriedenheit und hoher Lerntransfer verzeichnet werden.

V.H.M. Dale et al. (Glasgow, GB): Educational Methods and Technologies in Veterinary Education.
Im Rahmen einer PhD-Arnbeit wurden Alumni, Studierende und Dozierende nach dem Nutzen tiermedizinischer Lehrmethoden gefragt. Vorlesungen wurden als effiziente Methode beurteilt, wenn sie audiovisuell unterstützt wurden. Als wichtige Aufgabe wurde die Ergänzung durch eLearning-Techniken gesehen, um das Tiefenlernen zu fördern.

S.T.T. Hubers et al. (Utrecht, NL): Outcomes of a Research Oriented Honours Program.
In Utrecht wird seit Jahren die Möglichkeit einer wissenschaftlichen Mitarbeit für ausgezeichnete Studierende angeboten. Tatsächlich konnte so das Interesse der Studierenden an der Forschung erhöht und talentierte Studierende an der Hochschule gehalten werden.

S. Baillie et al. (London, GB): Introduction of Peer Assisted Learning in a Veterinary Curriculum.
Sarah berichtete über den erfolgreichen Einsatz von Studierenden als Tutoren/ Dozenten mit der Haptic Cow. Sowohl die Unterrichtenden als auch die Unterrichteten waren begeistert von dieser Möglichkeit mehr praktische Übung zu sammeln.

Natürlich gab es fast noch einmal so viele Tiermedizinische Beiträge auf dem ViEW-PCW. Wer nun Lust bekommen hat, selbst etwas über die tiermedizinische Aus- und Fortbidlung zu hören oder praktische Erfahrungen mit neuen Lehr- und Lernmethoden zu sammeln, ist gerne zur Tiermedizin-Session auf der diesjährigen GMA-Tagung eingeladen.

Webstart GMA-TM

Nun habe ich es also endlich geschafft und habe dem Ausschuss Tiermedizin der GMA einen eigenen (noch provisorischen) Webauftritt verpasst. Dann kann der diesjährige Workshop (nicht vergessen: 17.11.2007) also kommen. Das endgültige Programm sollte in den nächsten Tagen feststehen.

Sponsoren werden aber gerne noch aufgenommen ;-)

GIVE

Die Association of American Veterinary Medical Colleges (AAVMC) hat vor kurzem ihre Gloabal Initiatives in Veterinary Education (GIVE) ausgerufen.

GIVE bolsters foreign veterinary schools by providing curricular materials, journal subscriptions, distant learning modules, short courses, faculty and student exchanges, and sabbatical opportunities. It strengthens participants by promoting global perspectives, intercultural understanding, and knowledge of exotic animal diseases.

Hierbei geht es um den Austausch mit Entwicklungsländern in dem Bereich tiermedizinischer Lehre und Fortbildung. Auch “Tierärzte ohne Grenzen” zeigt ja, wie wichtig die Tiermedizin in der Entwicklungshilfe ist. Bei Give wird etwas früher, nämlich in der Ausbildung eingesetzt. Ein interessanter Ansatz, der sich zu verfolgen lohnt.

this house believes e-learning is about controlling students rather then freeing them

So lautete die These einer Podiumsdiskussion während der AMEE 2007. Zunächst wurde mit einem Feedback-System das Votum des Publikums eingeholt: 31% stützten die These, 64% lehnten sie ab und 5% enthielten sich.

Die These wurde unterstützt von Poh-Sun Goh (Singapur), der eindringlich die Grenzen beschrieb, die ein Lernmanagement-System (LMS) Studierenden auferlegt und wie die Universitäten durch die Vermittlung von ausgesuchten Informationen die Studierenden kontrolliert.

John Sandars (Leeds) widersprach diesem, in dem er die Vorteile von eLearning aufführte, das jederzeit und überall, ganz frei stattfinden könne. Dass jeder Freiheit Grenzen auferlegt sind, sei ganz normal. Auch ein frei aufwachsendes Kind würde daran gehindert werden, in eine Steckdose zu fassen.

Michael Begg (Edinburgh) stütze die These, in dem er postulierte, dass die LMS in der Hand der Universitäten lägen und deren ureigenstes Interesse wäre die Kontrolle der Studierenden. Offene web2.0-Anwendungen würden daher gar nicht oder nur inoffiziell genutzt.

Als letzter auf dem Podium kam David Cook (Edmonton) zu Wort. Wir wären doch schließlich alle zur AMEE-Conference gekommen, um zu lernen, eLearning im Interesse der Studierenden zu nutzen. Es ist ein Werkzeug, dass uns die Möglichkeit geben soll, die Lehre freier zu gestalten.

Nachdem die Vetreter von Pro und Contra Position bezogen hatten, konnte das Auditorium Fragen stellen und an der Diskussion teilnehmen.

Donald Walsh (Davis) fragte nachdem Vergleich zum Lernen aus Büchern. Cook stimmte ihm zu, dass eLearning einfach ein neues Werkzeug wäre, dass sich in den letzten 5 Jahren entwickelt hätte, während Begg erneut eindringlich warnte, dass es nur um den Erhalt von mehr Kontrolle gehe.

Eine Studentin aus Kopenhagen merkte an, dass oft nur langweilige, traditionelle Inhalte in den LMS zur Verfügung ständen und die guten Dinge außerhalb zu finden seien. Daher sollte man Studierende mehr an der Entwicklung teilhaben lassen. Begg fand diesen Ansatz der Studenten-initiierten Communities of Practice (CoP) sehr interessant, befürchtete aber, dass diese nicht von den Hochschulen angenommen würden [Anm. Autor: Beispiel eines Gegenteils ist die gute Kooperation der TiHo mit Foren4vet].

Als nächstes wurde gefragt, warum man sich in dieser Diskussion nur auf eLearning als Instruktion beschränke , nur auf das Lesen von Texten und nicht auch z.B. auf die Prozessbegleitung in der Fortbildung. Goh begründete diese strenge Sicht mit der Angst vor lebensgefährdenden Fehlern in der Medizin. Sandars widersprach ihm, dass auch CoP und Networking zum eLearning gehören und damit Fortbildungan jederzeit auch ohne Reisetätigkeit ermöglichen. Begg hingegen empfand eLearning damit als viel zu weit gefasst. Man solle es lieber auf instruktionelle LMS beschränken, bei denen die Kontrolle im Vordergrund stehe.

Mary Lee (Medfort) bereicherte die Diskussion aus dem Auditorium heraus durch ihre 10-jährige Erfahrung mit LMS. Nachdem ihre Fakultät erst Angst vor der Isolation hatte, stellten sie dann fest, dass die Studierenden nur mehr Kontakt und Interaktion mit den Dozenten suchten. So wurden die PowerPoint im Voraus per LMS verteilt und von den Studierenden bearbeitet, sodass in Präsenz dann Kleingruppendiskussionen stattfanden. Die Faklutät ist immer noch dabei, viele neue innovative Einsatzmöglichkeiten zu finden. Ddie Studierenden sollen möglichst viel Freiheit erhalten. Zu Beginn des Studium ist allerdings noch einiges an Führung notwendig, was später deutlich nachlässt.

Die folgende Anmerkung aus der Zuhörerschaft stellte nicht die Kontrolle als Problem dar, sondern die die technischen Anforderungen für den Einsatz von eLearning, die bei den Studierenden immense Kosten verursache, was vor allem in ärmeren Ländern ein Problem sei. Sandars erklärte, dass eLearning auch sehr einfach zu erstellen sei und dass nicht immer eine Breitbandverbindung notwendig ist. Schon mit minimalem Aufwand z.B. mit mp3-Playern , Blogs oder Wikis ist eLearning möglich. Es muss nicht immer High-Tech-Game-Based sein. Begg gab zu bedenken, dass es diese Werkzeuge zwar gäbe, sie aber von den Institutionen aber nur zur Kontrolle eingesetzt werden.

Durch den Einsatz elektronischer Patientenakten, so ein weiterer Kommentar, sei die Möglichkeit gegeben, direkt online zu recherchieren und kollaborativ zu arbeiten. Auch dies sei eLearning. Goh widersprach, da man bei Informationen im Internet nur dann von der Richtigkeit ausgehen könne, wenn sie durch Universitäten zur Verfügung gestellt würden. Sandars hingegen verwies auf die Potentiale des web3.0 mit dem der Aufbau von Informationsnetzwerken stark verbessert werden soll.

Kontrolle gäbe es doch in verschiedenen Ausbildungsgraden. Sie sei auch sehr wichtig für viele Prozesse, wurde der Sinn der Diskussion etwas hinterfragt. Sandars stimmte dem zu und beschrieb eLearning als einen laufenden Entwicklungsprozess, bei dem man aus Fehlern lernen müsse. Man solle sich davor hüten, in eine moralische Panik zu verfallen. In dieser Panik sah Begg sich nun gar nicht, sondern eher als einen Teil der guten Entwicklung.

Die Anmerkung, dass durch LMS höchstens die Informationen, nicht aber die Studierenden zu kontrollieren seien, blieb unkommentiert.

Die letzte zugelassene Auditoriumsfrage, sprach eTeaching als Problem an. Durch mangelndes Know-How bei den Tutoren währen hier viel eher Schwierigkeiten auszumachen. Sandars vermutete, dass viele Tutoren leider nicht in der Lage wären, zu unterrichten und die Werkzeuge zu nutzen. Wenn hier mehr Aufklärung und Anleitung stattfände, würden auch die Plattformen stärker genutzt.

Bevor das Auditorium erneut abstimmen durfte, fasste jeder Disskutant die Session aus seiner Sicht zusammen. Da Studierende Prüfungen bestehen müssen, wird es auch immer Kontrolle geben müssen. So das Resumee von Goh. Sandars kann eLearning nicht als so schlecht empfinden, schließlich nutzen es ja alle. Es müsse eine Entwicklung ohne moralische Panik ermöglicht werden. Begg sah zwar ein, dass es unterschiedliche Definitionen geben mag, für ihn herrschte aber die Kontrolle vor. Cook schließlich fragte sich, ob man nun alle Uni abschaffen müsse, da sie ein Kontrollsystem des Bösen wären. Soll es in der Medizin nur noch Selbstlernen geben? Nein, eLearning muss als Werkzeug gesehen werden, um neue Möglichkeiten, Freiheiten und Kreativität entstehen zu lassen. Dabei ist es wichtig, mehr über die Anwendungsmöglichkeiten zu lernen und zu forschen.

Eine erneute Abstimmung im Auditorium ergab, dass nun 26% die These stützten, 62% sie ablehnten und 12% sich enthielten. Gefragt nach eTeaching hingegen würden 41% die These stützen, 47% sie ablehnen und wiederum 12% sich enthalten. Ein direkter Vergleich der Abstimmungen war leider nicht mehr möglich, da einige Zuhörer während der Diskussion aufgaben und den Saal verließen.

Trotzdem ist das Ergebnis sehr charakteristisch für die gut gemeinte Podiumsdiskussion. Die vier Streiter haben sich sehr bemüht, Ihr Standpunkte pointiert darzustellen. Mein besonderes Kompliment gilt dabei Michael Begg, der es wirklich geschafft hat, als absoluter Kontroll-Paranoiker zu erscheinen. Trotzdem hinterließ die Diskussion das Auditorium sehr viel verwirrter als vorher. Definitionen von eLearning, Kontrolle und Freiheit dehnten sich wie Kaugummi und zogen sich danach wieder maximal zusammen. Aber eins immerhin hat die Diskussion gezeigt: eLearning ist extrem vielfältig. Es eröffnet viele Horizonte, allerdings in beide Richtungen. Daher ist es um so wichtiger, sich genau mit der Anwendung und anderen Anwendern auseinanderzusetzen.

[Ich würde mich freuen, wenn die Diskussion hier in den Kommentaren fortgeführt wird.]

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