Was ist denn nun dieses web 3.0?

Nachdem wir uns gerade an den Einsatz von Techniken des web2.0 gewöhnt haben, tauchen in immer mehr Vorträgen und Publikationen Hinweise auf das web3.0 auf. Damit soll alles besser werden….

Noch ist es aber nicht da, dieses web 3.0. Man ist sich auch noch gar nicht ganz einig, was es denn sein soll. Der Spiegel befürchtet ein Bezahlnetz, dass viele Errungenschaften des web2.0 wieder vernichtet. Andere freuen sich auf ein Internet in 3D.

Keine Panik vor zu vielen Definitionen, für die meisten ist das web3.0 ein semantisches Netz. Damit werden Inhalte und Autoren verstärkt zueinander in Beziehung gesetzt und eine weitere Bewertung der Inhalte ist möglich. Am besten wird das semantic web direkt von seinem Erfinder Tim Berners Lee erklärt (via Marco). Uns erwartet also eine Weiterentwicklung zu einem intelligenten antizipativen Netz.

Für die medizinische Aus- und Fortbildung werden bereits mögliche Fortschritte durch die verbesserte (Be)wertung von Internetinhalten proklamiert.

Schule 2008 – neue Lehrer, andere Schulen?

So hieß das Thema einer Podiumsdiskussion eines Stadtelternrates, die ich gestern Abend besucht habe. Geladen waren Landtagsmitglieder vier großer Parteien (CDU, SPD, FDP, B90/Die Grünen). Zusätzlich fanden sich noch knapp 25 Interessierte ein. Eine eher klägliche Anzahl, doch der Grund wurde schnell klar, als statt konstruktiver Diskussion polemischer Wahlkampf veranstaltet wurde.

Überhaupt konnte ich einiges lernen:

1) Es scheint so etwas wie Elternfunktionäre zu geben. Diese haben Kinder auf privaten Schulen, verbringen aber fast ein Jahrzehnt in Stadtelternräten. Dabei kommt es dann wohl eher zu politischer Klüngelei als zu tatsächlichen Taten.

2) Es scheint keine interne politische Diskussion zu geben. Stadträte kamen auf diese Elternveranstaltung, um Fragen an die Landtagsmitglieder zu stellen. Oder sollten die vom Thema abweichenden themenübergreifenden Fragen etwa eine parteipolitische Wahlkampftaktik gewesen sein?

3) Lehrer sind Opfer, Eltern Täter. Selbst auf einer Veranstaltung des Stadtelternrates wurde proklamiert, dass arme, idealistische Lehrer komplett von den Eltern eingebremst werden, die nicht bereit sind zu kooperieren und die Kinder nur in der “Verwahranstalt Schule” abgeben wollen (meine Erfahrungen sind genau andersherum). Auffällig war allerdings die extrem hohe Lehrerdichte im Publikum und auf der Bühne ;-)

Mittlerweile hatte ich verstanden, warum die meisten Eltern die Champions League Spiele dieser Veranstaltung vorzogen. Während ich den Titel missverstanden hatte und dachte, es ginge darum, dass Lehrer eine neue Sicht ihres Berufes bräuchten und damit die Schulen ändern könnten, wurde diskutiert, dass mehr neue Lehrer eingestellt werden sollen. Parteiprogramme wurden vorgestellt. Zum Teil mit radikalem Charme (Die neue Schule), zum Teil mit werterhaltenden Komponenten (CDU, SPD) oder auch mit dem sinnvollen Blick zu Pisa-Gewinnern (FDP). Fragt sich, ob innovative Ideen kleiner Parteien nicht in Koalitionsverhandlungen zu sehr gestutzt werden…

Nicht geübt im politischen Vokabular schienen mir aber viele Forderungen sehr gleich zu sein: eigenständige Schulen mit eigenem Budget, verstärkte Förderung und Integration, mehr Lehrer, kleinere Klassen, Mediennutzung und neue Lernmethoden. Einziger Streitpunkte war dann: gegliedertes Schulsystem oder Gesamtschulen (wie auch immer diese genannt werden). Auffällig, dass die beiden großen Parteien hier einen Kompromiss fahren (ohne dies so zu nennen).

Ich hätte so gerne noch gehört, ob denn die Lehrer dafür ausgebildet sind, neue Unterrichtsformen zu gestalten, Medien einzusetzen, Selbstlernkompetenzen zu vermitteln, gegenseitiges Lehren und Erklären zu unterstützen. Und ich hätte so gerne gewusst, ob die Schulen überhaupt in der Lage sind, eigenständig Personalpolitik zu betreiben und selbst Lehrer einzustellen und zu bewerten. Aber als das ganze in eine typische Wahlkampfveranstaltung mit höhnischen Rufen aus dem Publikum ausartete, habe ich leise meinen Mantel genommen und bin gegangen…

Heute morgen habe ich in Spiegel online gelesen, dass Deutschland trotzdem in den neuen Pisa- und Iglu-Studien aufholt. Na, dann ist ja alles gut, oder?

SupervisedWiki “Tierhygiene und Tierhaltung

Andreas Briese vom Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover hat zusammen mit seinen Studierenden zwei Wikis zur Unterstützung der Lehre der Vorlesungen “Tierschutz” sowie “Tierhygiene und Tierhaltung” eingerichtet. Damit sich keine Missverständnisse in die von den Studierenden generierten Texte einschleichen wurde eine Supervisionsfunktion eingerichtet und überprüfte Beiträge werden so gekennzeichnet. Damit werden die traditionellen Skripten langsam durch Web2.0 Techniken ersetzt ergänzt.

 Einen ähnlichen Weg gehen die Studierenden der Humanmedizin in München (LMU), die eine Wiki-Bibliothek für unterrichtsbegleitende Materialien aufgebaut haben. Auch hier ist es geplant, Dozierende als Reviewer und Inhaltspaten zu gewinnen.

Das von Foren4Vet initiierte VetWiki liegt leider brach, da auch hier eine Redaktion oder Supervision notwendig wurde, die bisher noch nicht zu finden war.

Die großen Vorteile des user-generated Content kehren sich dann in Mängel um, wenn Fehler transportiert werden, die keiner bemerkt. Es müssen Kontrollfunktionen eingerichtet werden, um eine Kritik, wie sie Wikipedia teilweise ausgesetzt ist, zu vermeiden. Gerade in den medizinischen Fächern ist es wichtig, Beiträge mit hoher Evidenz zu liefern und keine Fehler zu transportieren.

eduportable

Videoportal eduportable.com

André Lenich hat als Medienprojekt für den Masterstudiengang “educational media” ein Portal für Lehr- und Lernvideos gestaltet: eduportable.

Über dieses Portal können streaming videos, die bereits irgendwo im Netz liegen, abgerufen werden. Besonders komfortabel ist die Möglichkeit für jeden Benutzer, Videos zu taggen und zu bewerten sowie in Foren über sie zu diskutieren. Ähnlich wie bei Amazon werden den Nutzern direkt ähnliche Videos angeboten.

Das ist genau das, was wir für unsere OnLineLectures gesucht haben, die bisher nur ziemlich unkonfortable genutzt und durchsucht werden können. Nach und nach werde ich diese jetzt bei eduportable eintragen. Ich würde mich freuen, wenn alle an diesem Nutzer-zentrierten Portal teilnehmen und die Videos mit kategorisieren und bewerten.

Homo zappiens goes VET

Immer wieder bin ich in den letzten Wochen schweiß gebadet aus einem Traum hochgeschreckt, in dem ich allein mit Wim Veen in einem riesigen Hörsaal saß…

Bisher haben wir bei den GMA-Tiermedizin-Workshops in intimer Runde von 9-12 Teilnehmern diskutiert. Doch die diesjährige Tagung fand Zuhause statt, da hatten wir mehr geplant und ein wirklich gutes Programm gestrickt. Doch dann trat die Konkurrenz auf den Plan: Agritechnica sorgt für Hotelmangel, DVG-Tagung in Berlin für Tierärztemangel und den Unverdrossenen machten DB-Streik und Autobahnstaus die Anreise schwer. Und doch wurde der Alptraum nicht wahr. Eine wunderbare Gruppe von 58 Teilnehmern bevölkerte am 17.11. den Pathologie-Hörsaal der TiHo.

Posterausstellung und Kaffeepause

Sowohl der Präsident der TiHo, Dr. G. Greif, und der Vorsitzende der GMA, Prof. Dr. E. Hahn aus Erlangen, haben der Tagung die Ehre erwiesen und Begrüßungsworte gesprochen. Damit wurde der Ausbildungsforschung in der Tiermedizin und unserer Gruppe eine ganz neue Tiefe gegeben.

TiHo-Präsident Dr. G. Greif GMA-Vorsitzender Prof. Dr. E. Hahn Gastredner Prof. Wim Veen, Delft

Den Anfang des Workshops bestritt Prof. Wim Veen aus Delft. Er ist zwar kein Tiermediziner, aber berät z.B. IBM wenn es um Aus- und Fortbildungfragen geht. Er beschreibt Jugendliche sehr progressiv als eine neue Evolutionsstufe (Homo zappiens), denen es gelingt, durch weltweite virtuelle Netzwerke und enorme Informationsrecherchemöglichkeiten Probleme schneller und leichter zu lösen. Sein erfrischender und multimedial voll ausgereizter Vortrag hat alle Anwesenden beeindruckt, den ganzen Tag über zu munteren Diskussionen animiert und zu einem Blick über den Tellerrand der Tiermedizin inspiriert.

Es folgten zwei Blöcke mit jeweils vier Vorträgen aus dem Bereich Aus- und Fortbildung in der Tiermedizin. Maren März (Leipzig) gab uns einen Vergleich von den unterschiedlichen tiermedizinischen Curricula in Deutschland, Silke Rautenschlein (Hannover) verdeutlichte den hohen Stellenwert einer praktischen Ausbildung mittels Ambulanzausfahrten, Sabine Aboling (Hannover) berichtete, wie die Lehre in der Botanik grundlegend erneuert werden kann und Alper Teke (Hannover) analysierte die Möglichkeiten praktische Erfahrungen in den extramuralen Praktika zu sammeln.

Bei einem von Essex Tierarznei gesponsorten Kaffee gab es zwischen den Blöcken die Möglichkeit, Poster über den Zertifikatskurs Professionelle Lehre an der TiHo, den Einsatz eines Wikis im Präsenzunterricht, eLearning-Applikationen (1, 2) und die Qualitätsmessung tiermedizinischer Internetseiten anzuschauen.

In dem zweiten Vortragsblock stellte Frau Professor Poulsen-Nautrup das Sonographie-Labor der LMU München vor, in dem bis zu 5 Gruppen Studierender den Umgang mit Ultraschallgeräten z.T. selbständig lernen können. Jutta Friker (München) demonstrierte einen anatomischen Lehrfilm, der mit studentischer Hilfe entstanden ist, und gab wichtige Tipps für eigene Projekte (KEIN ZOOMEN, KEIN SCHWENKEN! ;-) ). Das Thema user-generated content oder peer-to-peer-education nahm Rolf Wagels (Hannover) in unserem Vortrag gleich wieder auf und beschrieb, wie an der TiHo als Wahlpflichtfach CASUS-Fälle erstellt werden. Den Abschluss bildete der Vortrag von Birgit Wittenberg (Hannover) über die hohe Nachfrage der Tierärzteschaft nach eLearning in der Fortbildung.

Nach einer kräftigen Suppe aus dem “Pylorus” wechselten wir alle zusammen in den TiHo-Tower. Dort wurden vier Workshops abgehalten mit dem Ziel, neue Fähigkeiten und Fertigkeiten mit nach Hause nehmen zu können. Björn Wilcken (Berlin) und Stephan von Berg (Gießen) diskutierten mit Interessierten über den Einsatz von Foren in der Tiermedizin. Friedhelm Rump (Hannover) brachte einer großen interdisziplinären Gruppe die feinen Kniffe der Internetrecherche bei. Das Team der Charité (Katrin Brauns, Sebastian Schubert, Julia Klawohn und Zineb Nouns) gaben ihre umfassenden Kenntnisse über den Nutzen und die Erstellung von MC-Fragen weiter. Und wir (Rolf Wagels, Torsten Carl, Jutta Friker) konnten eine neue Gruppe CASUS-Autoren ausbilden.

Dank allen Teilnehmern und Helfern ist der Tag statt zum Alptraum ein echter Erfolg geworden. Engagierte Teilnehmer aus fast allen deutschsprachigen Bildungsstätten (nächstes Mal wieder mit der Schweiz) haben sich ausgetauscht, diskutiert, gegenseitig inspiriert und ein nützliches Netzwerk gebildet.

Nächstes Jahr treffen wir uns in Greifswald….

IT-Nutzung von Studierenden

Die “ECAR-Study of Undergraduate Students and Information Technology 2007” ist im Netz erhältlich.

Die Daten wurden durch Literaturrecherche, Online-Fragebögen (n=27.846), Gruppendiskussionen (n=50), offene Fragebögen (n=4.752) und Vergleiche mit den Studien von 2005 und 2006 gewonnen.

Es zeigte sich eine sehr gute technische Ausstattung: 86,1% der befragten Studierenden besaßen ein Handy, 73,7% ein Laptop, 60,6% einen Desktop-PC und 76,4% einen mp3-Player. Nur 1,6% der Befragten besaßen keinen Computer.

Weiterhin wurde in der Studie deutlich, wie hoch die Nutzung der Computer ist (eMail 99,9%, Dokumente verfassen 98,6%, netzwerken 81,6%). Die Studierenden beschrieben ihre Kenntnisse über Techniknutzung als gut und fühlten sich ebenso gut aufgehoben. In den Kursen wünschten sie Unterstützung durch IT, allerdings keinen Ersatz. Über 90% der Studierenden hatten das Content-Management-System ihrer Hochschulen bereits benutzt, was einen deutlichen Anstieg zu den letzten Studien bedeutet. Dabei waren sie überwiegend zufrieden mit dem Einsatz von IT an ihrer Hochschule.

Abschließend mahnt die Studie Curriculumsintegration und genaue Instruktion als wichtige Punkte der IT-Nutzung an.

Patientenwebseite

Achtung, hier kommt etwas humanmedizinisches. Dort ist die Aufklärung der Patienten eine sehr wichtige Tätigkeit, wir Tiermedizinern beschränken uns da ja auf die Patientenbesitzer.

Über die Gruppe “Medical Education” bei XING bin ich auf eesom hingewiesen worden, die sehr anschaulich Gesundheitsinformationen für Patienten und Interessenten bereithalten.

Diese Webseite hat sich dem Honcode verschrieben, der Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit der Informationen gewährleisten soll. Die 8 Prinzipien des “Health on the Net”-Codes sind: Sachverständigkeit, Komplementarität, Datenschutz, Zuordnung, Nachweis, Transparenz, Finanzielle Ausdeckung, Werbepolitik.

Broschüre: web 2.0 zum Mitmachen

Durch Miriam Fischer bin ich auf die Broschüre “WEB 2.0 zum Mitmachen“und die dazugehörige Link-Liste gestoßen. Hierin werden anschaulich Blogs, Podcasts, Wikis und viele Arten von netzwerken vorgestellt und erklärt. Damit könnte es vielen Interessierten einen Anreiz geben die ersten Schritte ins web 2.0 zu wagen. Laut Autorin Corinna Lange wissen nämlich erst etwa ein Drittel der Websurfer, was es mit dem web2.0 auf sich hat.

Wer wird Chefarzt?

Die Hochschule Ulm hat ein Quiz im Stil von “Wer wird Millionär” zur medizinischen Terminologie erstellt. Nach kurzer Registrierung kann jeder es frei benutzen. Eine nette Art, zwischendurch sein Wissen zu überprüfen….

Leitfaden: Rechtsfragen im eLearning

Das Multimedia Kontor Hamburg hat gerade einen Leitfaden zu Rechtsfragen im eLearning veröffentlicht. In einem zusätzlichen Podcast erklärt Till Kreutzer, was bei der Nutzung und Weiterverwendung von Inhalten aus dem Internet zu beachten ist. Dabei macht er deutlich, dass eine reine Begrenzung der Nutzergruppe nicht ausreichend ist. Seine Empfehlung ist, möglichst viel selbst zu erstellen oder open source bzw. open content Produkte zu nutzen.