Gerade habe ich meine Masterarbeit (Peer-to-Peer-Learning in der tiermedizinischen Lehre am Beispiel von CASUS-Fällen) eingereicht. In den Experteninterviews haben die meisten befragten Dozenten angeführt, dass Anstrengungen in der Lehre leider für die weitere Laufbahn überhaupt keine Auswirkungen haben sondern es hierfür allein auf Forschungstätigkeiten ankomme.
Heute nun berichten sowohl die Süddeutsche Zeitung als auch Spiegel-online über einen Bericht des Wissenschaftsrates zur Lehrqualität an deutschen Unis, der am Montag erscheinen soll. Laut diesen Meldungen soll hier gefordert werden, dass “Professoren bessere Lehrer werden”, der Lehrerfolg mehr Einfluss auf die Karriere hat und zusätzlich bis zu 1,1 Mrd. Euro im Jahr zur Verbesserung der Lehre zur Verfügung gestellt werden.
Es sieht so aus, als sollten damit berufsbegleitende Studiengänge wie der MME oder z.B. MA edu media neuen Aufwind bekommen. Ich bin sehr gespannt, was am Montag im Papier des Wissenschaftsrates dann tatsächlich steht. Schon 1998 beschrieb ja der Wissenschaftsrat den “Einsatz neuer Medien zur Verbesserung einzelner Lehrveranstaltungen als Dienstaufgabe der Professoren”. Außerdem wird in diesem Papier bereits angeregt:
“Um sicherzustellen, daß sich besonders der wissenschaftliche Nachwuchs angemessen auf den Einsatz von Multimedia in Lehre und Forschung vorbereitet, sollten künftig entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten Bestandteil des Qualifizierungsverfahrens zum Hochschullehrer werden bzw. als Kompetenzkriterium in die Berufungsverfahren Eingang finden.”
Vielleicht erfolgt nun 10 Jahre später der zweite Schritt…
EDIT (08/07/08): Wissenschaftsrat 08 - Empfehlungen zur Qualitätsverbesserung von Lehre und Studium