Hochschuldidaktik

Letztes Wochenende durfte ich für das Hochschuldidaktische Netzwerk Mittelhessen ein Seminar “Hochschuldidaktik für Human- und Tiermediziner” halten. Mit neun Teilnehmern aus Tier-, Zahn- und Humanmedizin haben wir zwei Tage lang die Grundlagen der Didaktik, Kursgestaltung, Problembasiertes Lernen, Präsentationsaufbau, Evidenzbasierte Medizin, web 2.0, Prüfungen und Evaluationen besprochen und geübt. Die Stimmung war extrem gut und ich glaube, wir haben alle sehr viel gelernt. Vor allem war es toll, das Netzwerk von Didaktikinteressierten weiter aufzubauen. Ich hoffe, dass dies in einer eigenen Fachgruppe in der DVG münden kann.

Meine Präsentationen habe ich in Slidestar in der Gruppe “multiermedia” hinterlegt.

3. eLearning Didaktik Fachtagung

Am 23. und 24. Oktober findet in Wien die 3. eLearning Didaktik Fachtagung statt, über die bereits bei medienpädagogik.at berichtet wurde.

Wir dürfen in der Session “Evaluierung und Leistungsmessung” über unsere Erfahrungen mit elektronischem Prüfen berichten:

Elektronische Prüfungen an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)
Jan P. Ehlers, Torsten Carl, Karl-Heinz Windt, Andreas Briese and Andrea Tipold

Die Umgestaltung der klinischen Lehre an der TiHo hat für ein erhöhtes Aufkommen an Prüfungen gesorgt. Um den Ablauf zu vereinfachen und ein schnelles Feedback zu ermöglichen, wurden verschiedene elektronische Prüfungsverfahren evaluiert.

Zum Selbstlernen und zur Selbstevaluierung des Lernerfolges wird an der TiHo das fallbasierte Lernsystem CASUS als freiwillige Ergänzung der Präsenzlehre eingesetzt. Hier werden Nutzungsraten zwischen 25 und 70% erreicht.

Für formative Lernkontrollen im Präsenzunterricht wird das anonyme Feedback-System PowerVote eingesetzt. Eine Befragung 259 Studierender zeigte die hohe Akzeptanz dieses Systems.

Für eine summative Prüfung in klinischer Propädeutik mit synchronen MC-Fragen wurde bei 222 Teilnehmern das MobiTed-Abstimmsystem genutzt. Die abschließende Befragung ergab eine hohe Akzeptanz (68,7%) aber auch ein gewisses Misstrauen gegenüber der neuen Technik (41,1%).

Im Sommersemester 2008 wurde erstmals Q-Exam der Firma Codiplan für eine Examensprüfung mit asynchroner Fragenreihenfolge eingesetzt. 27,3% der Studierenden entschieden sich freiwillig zur Teilnahme an der elektronischen Klausur. Die MC-Fragen (Typ Apos, 2 Distraktoren) waren teilweise mit Bildern angereichert. Eine persönliche Studierendenbefragung zeigte Zufriedenheit über die Prüfungsmethode.

Zusammenfassend lässt sich eine wachsende Akzeptanz elektronischer Prüfungssysteme in der Tiermedizin feststellen, wenn der Mehrwert für die Studierenden deutlich erkennbar ist. Die Stiftung Tierärztliche Hochschule wird die klinischen Klausuren im Sommer 2008 erstmalig rein elektronisch durchführen.

Vielleicht sehen wir uns ja in Wien…

ViEW-WS 08: Evaluation

Anlässlich der AMEE-Tagung trafen sich die Tiermediziner (ViEW) dieses Jahr zum fünften Mal zu einem eigenen Workshop. “Evaluation of the undergratuate veterinary curriculum” war das diesjährige Thema. Der Workshop wurde fabelhaft organisiert von Vicki Dale, Debbie Jaarsma und Kim Whittlestone.

As in medical education, veterinary schools are undergoing continual change to improve the quality of their undergraduate curricula, in order to fulfil professional and societal requirements. To monitor the quality of the curricula, different methods and stakeholders have to be involved in the evaluation processes. The workshop will focus on the evaluation processes of Day One competencies, or equivalent outcomes. In recent years, increasing emphasis has been placed on the need for veterinary graduates to possess good business skills, including management, leadership and communication skills. Emphasis has also been placed on the need for effective lifelong learning strategies with the inclusion of evidence based veterinary medicine. Therefore, the workshop will pay special attention to the evaluation of these ‘generic’ competencies. The event will allow presenters and delegates to inform others about their experiences with strategies of rigorous curriculum evaluation. Although the workshop places a strong emphasis on veterinary education, colleagues from other professions are warmly welcomed to attend.

Insgesamt haben an diesem Workshop diesmal knapp über 30 Tiermediziner aus Europa und Nord-Amerika teilgenommen. Viele bekannte aber auch viele neue Gesichter hatten sich diesmal eingefunden, um sich auszutauschen und über die veterinärmedizinische Ausbildung zu diskutieren.

Zu Beginn des Workshops haben Diana Dolmans, Debbie Jaarsma, Eva Schuurmans und Diana der Rooijs einen Überblick über die Qualitätssicherung gegeben. In der Diskussion ging es vor allem darum, wie man eine hohe Rücklaufquote erreichen kann: z.B. Evaluation dort durchführen, wo die Studierenden sind (Facebook) oder einen gewissen Zwang zur Evaluierung einführen. In einer Gruppenarbeit haben wir ein Fallbeispiel einer ineffektiven Evaluierung an einer fiktiven Fakultät bearbeitet und die Probleme in einem Fishbone-Diagramm dargestellt:

Als die wichtigen fünf Schritte für Evaluierungen wurden genannt:

  1. Informationen sammeln
  2. Ergebnisse den beteiligten Dozierenden mitteilen
  3. Erforderliche Verbesserungen gemeinsam definieren
  4. Beratung durch das Curriculum-Komitee
  5. Effekte der Änderungen im nächsten Jahr überprüfen
In der nächsten Sitzung hat Vicki Dale uns “Student Evaluation Inventories” nähergebracht. In kleinen Gruppen haben Vor- und Nachteile sowie Einsatzmöglichkeiten des Course Valuing Inventory (CVI), des Course Experience Questionnaire (CEQ) und des Dundee Ready Education Environment Measure (DREEM) diskutiert.

Susan Rhind und Peter de Beukelen haben uns im Anschluss die Evaluierung von “professional and generic skills” nähergebracht. Wiederum in kleinen Gruppen haben wir versucht, Konzepte für das Prüfen und Evaluieren dieser Kompetenzen zu entwickeln. Dabei mussten wir feststellen, dass diese sehr unterschiedlich in die Curricula der verschiedenen Bildungsstätten integriert sind. Durch Alumni-Arbeit und wissenschaftliche Untersuchungen konnte aber dargestellt werden, wie wichtig Kommunikation, lebenlanges Lernen, Selbstreflektion und ähnliche für den tierärztlichen Beruf sind.

Abschließend ging Debbie Jaarsma in ihrem Beitrag noch einmal genau auf dieses Thema der Ausbildungsforschung ein und wie wichtig es sei, hier professionell Daten zu erheben, auszuwerten sowie Theorien zu formulieren und zu vergleichen. Hier ist ein starker pädagogischer Hintergrund essentiell für eine gute Evaluierung und deren Auswertung. Durch diesen Vortrag gab sie auch einen Startschuss für viele weitere Kooperationsgespräche während der folgenden Konferenztage.

Die starke Diskussion in den Gruppensitzungen hat bereits das Thema für dern nächsten ViEW-Workshop festgelegt: “Professionalism”

Google Chrome und del.icio.us

Also wieder ein Browserwechsel. Nach einigem Ausprobieren bin ich, wie viele andere, bei Google Chrome hängengeblieben. Nach und nach finde ich auch die fehlenden Funktionalitäten. Wichtig für mich war, die Verknüpfung zu del.icio.us zu bekommen:

  1. Bookmarklet-Seite bei delicious aufrufen
  2. Strg-B in Chrome um die Favoritenleiste zu öffnen
  3. Aus der Safari-Sektion die Links “Bookmark on Delicious” und “My Delicious” in die Leiste ziehen
  4. FERTIG!!

 

Nachtrag: Sollte es mich nervös machen, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor Google Chrome warnt? Ich werde zumindest die Bankgeschäfte vorerst weiter mit Firefox durchführen.

Tiermedizinische Beiträge auf der AMEE 2008

Zusätzlich zu dem Preconference-Workshop von ViEW waren auf der diesjährigen AMEE-Konferenz 20 tiermedizinische Beiträge zu verzeichnen. Die Abstracts sind HIER zu finden.

  • 2N/SC2: Teachers´conceptions of their roles in a (veterinary) medical curriculum. T B B Boerboom et al. (Utrecht, NL)
  • 3C/SC1: Encouraging students to take the “e-nitiative”. Nick Short et al. (London, UK)
  • 3G/SC6: Educational experiences of undergratuate research students and the relation with student outcomes. A D C Jaarsma et al. (Utrecht, NL)
  • 3W/P19: Alternative careers: motives for career shifts toward trade and industry and implications for medical curricula. D de Rooij et al. (Utrecht, NL)
  • 3Y/P7: Curriculum evaluation based on feedback from recent graduates and their employers at the University of Montréal: a useful tool for adapting veterinary curricula to the needs of the profession. Michèle Doucet (Saint-Hyacinthe, CDN)
  • 3Y/P14: Development of a generic evaluation inventory for a new curriculum with increased self-directed learning. Vicki H M Dale et al. (Hertfordshire, UK)
  • 4C/SC3: The WikiVet project. Timothy Scase et al. (Cambrige, UK)
  • 4U: The purposes, processes and pitfalls of developing an electronic curriculum map. Susan Rhind et al. (Edinburgh, UK)
  • 6D/SC5: Student self-assessment experience in the PBL course at a College of Veterinary Medicine. Maria Fahie and John Tegzes (Pomona, USA)
  • 6D/SC6: Formative assessment: students´goals and activities. S T T Hubers et al. (Utrecht, NL)
  • 6J/SC1: Veterinary pathology and PBL: WesternU experiences. Suzana Tkalcic (Pomona, USA)
  • 6X/P10: Using “podcasting” to teach veterinary anatomy. Brian Cox et al. (London, UK)
  • 6Y/P12: ´Oh, I have to be a grown-up´: learning and teaching professionalism within a Veterinary degree – the student voice. Jackie Goode and Liz Mossop (Nottingham, UK)
  • 6Y/P19: Does peer role-play affect veterinary students´empathy with clients? Carol Gray (Liverpool, UK)
  • 7C/SC6: Two approaches to get students involved in voluntary e-learning programs. J P Ehlers et al. (Hannover, D)
  • 7N/SC2: Applicability of the Script Concordance Test to monitor competence development in clinical decision making. S P J Ramaekers et al. (Utrecht, NL)
  • 8E/SC1: Students´first impressions of a new curriculum with increased self-directed learning. Vicki H M Dale et al. (Hertfordshire, UK)
  • 8Q: Script concordance Tests: principles and practical issues. Stephan Ramaekers et al. (Utrecht, NL)
  • 8W/P5: Stimulating critical reflection in virtual communities of practice. E de Groot et al. (Utrecht, NL)
  • 9I/SC2: A core skills simulator for teaching palpation skills to health professionals. S Baillie et al. (Hatfield, UK)

Deutlich wird hier natürlich die Dominanz von Utrecht, die allerdings auch ein eigenes Institut für Veterinary Education ihr eigen nennen. Dort werden einige PhD-Arbeiten zu diesem Thema erarbeitet und auch Studierende leisten ihre Research-Praktika in diesem Bereich ab. Zwei Studierende aus Utrecht waren sogar in Prag dabei, um ihre Ergebnisse vorzustellen.

AMEE 2008

Dieses Jahr fand die AMEE (An International Association For Medical Education) in Prag statt (Abstracts). Es trafen sich 2300 Medical Educators aus der ganzen Welt und hatten die Möglichkeiten an fünf Tagen über 1100 Beiträgen zu folgen.

In seinem Eröffnungsvortrag beschrieb Ron Harden die Kernthemen der diesjährigen Konferenz unter anderem als folgende:

  • Is medical education an art or science?
  • Student integration
  • Communication and professionalism
  • eLearning and techniques
  • Curriculum Planning
Den ersten Vortrag hielt dann Robert Buckmann, der eindringlich darlegte, wie wichtig die Berücksichtung sog. “soft skills” in der medizinischen Ausbildung ist. Das ganze Programm zeugte von hoher Qualität der Ausbildungsforschung und innovativer praktischer Erfahrungen. In bis zu 30 parallelen Sessions wurden Themen wie Evidenzbasierte Medizin, Problembasiertes Lernen, klinische Lehre, Prüfungen und Evaluationen, Podcasts und Web 2.0, europäische oder weltweite Standards, Qualitätstsicherung und viele mehr behandelt.
Aber neben der Vermittlung von Impulsen und Erfahrungen ist die AMEE-Conference auch ein ganz wichtiger Treffpunkt zum Netzwerken. An jedem Tisch und in vielen Nischen besprachen sich unterschiedlich große Gruppen und entwickelten gemeinsame Projekte. Nebenbei konnten sich die Teilnehmer auf einer umfangreichen Industrieausstellung über neue Produkte, die medizinische Ausbildung betreffend (Simulatoren, Fachzeitschriften, Lernsoftware, Feedback-Systeme, Datenbanken, etc.), informieren.
Und das alles bei diesem wundervollen Ausblick über Prag…