In der aktuellen Ausgabe des duz-Magazins gibt es eine Beilage zum Thema Prüfungsmanagement. Da die Umstellung von Prüfungen bei uns gerade ein großes Thema ist, habe ich mir sofort ein Probeabo geholt. Allerdings war ich dann auch ziemlich enttäuscht. Zwar wird viel über Bologna und Prüfungslast geschrieben, es werden auch elektronische Prüfungen als Lösungsmöglichkeiten empfohlen, doch der Umgang mit diesem Thema ist eher oberflächlich.
Es werden die angeblich sechs wichtigsten Prüfungstools vorgestellt. Es war mir nicht ersichtlich, wonach die Einordnung von Platz 1 bis 6 erfolgte. Zwar wird dem Leser empfohlen, die Prüfungssysteme selbst auf “Herz und Nieren” zu testen, von den eigenen Tests wird aber leider nur so etwas wie “gefällige Übersichtsseite” oder “unscheinbarer als vergleichbare Systeme” mitgeteilt. Auch wie es dazu kommt, dass tatsächlich umfang- und erfolgreich eingesetzte Prüfungsplayer wie L-Plus, Q-Exam, Campus oder auch CASUS keine Erwähnung finden, ist mir schleierhaft.
Dass eAssessment sich nur für Grundlagenwissen eignet halte ich auch für ungenau beschrieben, da es bisher zwar vornehmlich an der Basis der Millerschen Wissenspyramide prüft, sich dies aber auch die Wissensart, nicht auf das Expertentum bezieht. In der letzten Zeit sind gute Publikationen zu dem Thema erschienen (z.B. EU-Report, Brahm & Seufert) und auch in der GMA wird sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, sodass einer guten Berichterstattung nichts im Wege stehen sollte.
Auf meine Mail an den Herausgeber wurde allerdings sofort reagiert und man erklärte mir, dass das Niveau mit Absicht für Anfänger in diesem Bereich als Einstieg gewählt wurde. Na ja, auch diese Anfänger sind ja sonst wissenschaftliches Niveau gewohnt. Immerhin soll in einer der nächsten Ausgaben ein ausführliches Best-Practice-Beispiel durch Beschreibung der elektronischen Prüfungen an der MHH erfolgen.