Die Plastikkuh

Das Lehren des Rektalisierens und der künstlichen Besamung in der Tiermedizin ist nicht ganz einfach, da es in der Kuh stattfindet und daher für den Lehrer schwierig ist, nachzuvollziehen, was die Studierenden gerade machen. Daher werden die ersten Schritte oft am Phantom mit Organen vom Schlachthof gemacht. Damit wird gut auf die Übungen am lebenden Tier vorbereitet und auch während dieser Zeit können Fragen immer wieder am Phantom geklärt werden.

Um diese Übungen noch wirkungsvoller zu gestalten, gibt es verschiedenen Ansätze. Wir diskutieren schon lange mit Sarah Baillie über ihre Haptic Cow, die es aber bisher leider nicht außerhalb von Großbrittanien zu erwerben gibt. 

Heute nun wurde in der Rinderklinik ein Phantom von Breed´n Betsy vorgestellt. Es simuliert Kühe und Stuten durch auswechselbare Becken, Organe und “Endplatte”. Geübt werden können Zyklusdiagnostik, Besamungen, Trächtigkeitsdiagnosen und auch Geburtshilfe. Nach Aussagen der Kliniker fühlt sich alles sehr realistisch an. In der Parallelität zum Unterricht am lebenden Patienten kann durch den Einsatz eines solchen Phantoms die Lehre bestimmt gefördert werden. 

Tagungen und Call for Papers in “Medical Education”

Nachdem edublogs sich jetzt wohl wieder zu funktionieren bequemt, möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen, auf ein paar anstehende Tagungen im Feld “Medical Education” und die damit verbundenen Call-for-Paper hinzuweisen.

Das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik veranstaltet am 14. und 15. Mai 2009 in Hannover im Rahmen der gmds einen Workshop zum Thema “Rechtsfragen des E-Learning”. Janine Horn und Till Kreutzer stehen bereits für die Hauptvorträge im Programm. Bis zum 8. März 2009 können noch Abstracts für eigene Beiträge eingereicht werden. 

Vom 29. August bis 2. September 2009 findet die diesjährige AMEE-Conference in Malaga (E) statt. Weltweit zieht diese Tagung Interessierte aus der Medical Education an und ist Forum für Informations- und Erfahrungsaustausch sowie Start vieler internationaler Kooperationen. Die Deadline zur Abstracteinreichung endet am 13. März 2009. Auch dieses Jahr wird es einen ViEW-Precongress Workshop am 30. August geben. Diesmal werden wir uns mit “Teaching Veterinary Professionalism” auseinandersetzen.

Als deutschsprachiges Pendant wird vom 8. bis 10. Oktober 2009 die GMA-Tagung in Freiburg ausgerichtet. Einsendschluss für die Beiträge ist der 15. Mai 2009. Der Tiermedizinworkshop ist diesmal als Postcongress-Workshop am 10. Oktober eingeplant. Dieses Jahr wird in diesem Rahmen das 4. eLearning-Symposium der deutschsprachigen, tiermedizinischen Bildungsstätten abgehalten. Beiträge aus dem Bereich eLearning sind daher willkommen. Bei der Abstracteinreichung sollte im Titel vermerkt werden, dass der Beitrag für den Tiermedizin-Workshop eingeplant werden soll. 

Paper ´n Pen statt Computerspiele


Bildquelle: http://www.codinghorror.com 

Dass meine Kinder fasziniert von Computerspielen und Game-based Learning sind, war mir ja schon länger klar. Aus wahrscheinlich heriditären Gründen nutzen auch beide sehr gerne eLearning, um Englisch, Deutsch oder Mathe zu üben.

Aber heute wollte ich ihnen mal beweisen, dass es auch ohne Computermöglich ist, spielerisch Fantasiewelten zu erobern. Darum haben wir zu viert Dungeons and Dragons gespielt. Als Paper and Pen Rollenspiel. Finn als Halbork-Kämpfer, Janna als elfische Druidin und Bille als gnomischer Hexenmeister. Ich habe gemastert und sie in eine Welt voller Schätze, Geheimnisse, Monster und Höhlen geführt. Und wider Erwarten hat es sehr gut geklappt. Nicht das Powergaming, das man sonst von erfahrenen Spielern gewohnt ist, sondern ein entdeckendes, fantasievolles Erkunden fremder Welten. Schnell kam die Einsicht, dass hier viel mehr möglich ist, als sich ein Programmierer je ausdenken könnte.

Es sieht so aus, als hätten wir für die ganze Familie eine neue Beschäftigung für verregnete Wochenenden gefunden.

Mobile CASUS

Nachdem ich jetzt endlich das T-mobile G1 (Google Phone) habe, konnte ich Doch gleich mal ausprobieren, wie unsere eLearning-Angebote so auf dem Handy kommen.

Und tatsächlich lassen sich CASUS-Fälle richtig gut bearbeiten. Bilder und Texte sind gut zu sehen und die Fragen können beantwortet werden. Einzig die Videos laufen nicht, da sich das G1 bisher hartnäckig weigert .mov- oder mpg-Dateien abzuspielen. Das müsste mit dem iPhone besser gehen (Rolf?). Aber ich werde daran arbeiten. Bis es die passende Android-Applikation gibt, werde ich mal auf die Instruct AG einwirken, dass man auch mp4-Dateien bei CASUS hochladen kann.

Aber wir sind mit CASUS auf jeden Fall auf einem guten Weg, auch mobiles Lernen anzubieten. Ich wäre dankbar für Rückmeldungen über Erfahrungen mit anderen internetfähigen Handys.

 

NACHTRAG:

Peter hat dankenswerter Weise ausprobiert, ob und wie CASUS auf dem Nokia e71 läuft. Auch hier funktioniert CASUS mit Anzeigen von Text und Bild sowie Ausfüllen der Fragen. Um zu den Bildern zu kommen ist wohl einiges Scrollen notwendig.  Die Videos liefen leider bisher auch hier nicht. Da werden wir bei CASUS nachbessern und es mit anderen Formaten ausprobieren.

Vielleicht kann man die CASUS-Fälle für eine mobile Version auch mit kleineren Bildern und weniger Text ausstatten. Prinzipiell ist es aber sehr positiv, dass die Fälle schon ohne Anpassungen mobil abrufbar sind.

NACHTRAG 2:

So, nun wissen wir, dass CASUS auch auf dem iphone läuft (Danke, Jörn). 

Der Text lässt sich, wie auf dem iPhone gewohnt, gut skalieren und auch
die Bildbetrachtung in Vergrößerung und der Player funktionieren gut.
Antwortauswahl auch kein Problem. Leider zeigte sich das iPhone schon bei der hinterlegten Audiodatei bockig.
Auch hier bleiben wir mal an den Video- und Audiodateien dran und schauen, was wir rausholen können. 

Das G1 und die Steckdose

Seit Montag bin ich von meinem “ich kann nichts außer telefonieren”-Nokia auf ein Google-Handy umgestiegen. Und es ist toll. Immer online. Push eMails. Last FM. Twitter. Google Talk. Arbeitssame Wartezeiten statt langweiligem Herumsitzen. 

Ich bin ja ein Freund der Tastatur und die war für mich auch der Grund es dem iPhone vorzuziehen. Tatsächlich funktioniert es wirklich gut und für jemanden, der eh schon viele Google-Applikationen nutzt, ist es perfekt.

Das einzige wirkliche Manko ist die extreme Sehnsucht des Handys nach einer Steckdose. Spätestens nach 10 Stunden Nutzung verabschiedet sich bei mir bereits der Akku. Vielleicht ändert sich das, wenn man es nicht so umfangreich nutzt, aber dafür habe ich es ja eigentlich.

Ich hoffe, dass ich noch einen potenteren Akku finde, dann ist wirklich alles schön.

Wer hat den Käse zum Bahnhof gerollt…

Marcus Beckedal betreibt das Blog netzpolitik.org schon eine ganze Weile und kreiiert damit eine “Plattform für Freiheit und Offenheit im digitalen Zeitalter.” Ich bin eigentlich erst durch einen Artikel in Spiegel online auf das Blog aufmerksam geworden. Beckedal hat nämlich im Rahmen der Überachungsmaßnahmen der Bahn ein Protokoll über eine Unterredung zwischen der Bahn und dem Datenschutzbeauftragten online gestellt. Und während die Bahn mittlerweile die Mitarbeiterüberwachung bestätigt, bekam Beckedal eine Abmahnung durch die Bahn

Und was hat die Bahn damit erreicht? Nun, eine Menge Publicity. Und zwar von der schlimmsten Sorte, denn mittlerweile wird nicht nur in Blogs und per Twitter über das Verhalten der Bahn gewettert, sondern auch die Massenmedien haben sich dieses Falles angenommen. 

Nun möchte man annehmen, dass dies der perfekte Zeitpunkt für einen “Lay down” der Bahn wäre, doch weit gefehlt. Man hält dort weiterhin an der Abmahnung fest und überlegt sich weitere Schritte, wenn das Ultimatum am Freitag abläuft. Mittlerweile haben sich sich JBB Berlin des Falles angenommen und ich könnte mir vorstellen, dass auch die Netzgemeinde zusammenlegt, um die Meinungsfreiheit und einen der ihren zu verteidigen und zu unterstützen.

Immerhin 40.000 Aufrufe konnte das Memo wohl bisher verzeichnen. Wirklich effektives virales Marketing. Wenn auch nicht für die Bahn…

Es bleibt abzuwarten, wie es weitergeht.

DUZ: eAssessment mit Q

Letztes Jahr hatte ich ja noch so über einen Artikel in der DUZ über eAssessment geschimpft…

In der jetzigen Ausgabe des DUZ-Magazins findet sich nun ein Artikel, der das Prüfen mit Q-Exam beschreibt. Das versöhnt mich natürlich sehr, vor allem weil auch die TiHo Erwähnung findet ;)

 

Google Apps an Hochschulen?

Während anderswo noch diskutiert wird, ob Google nun gut oder böse ist, hat die Universität Duisburg-Essen ein Zeichen gesetzt und die Google Applikationen für die Universitäts-eMail-Adressen freigeschaltet. Damit können die Universitätsangehörigen über eine Google-Seite mit UDE-Design Mails abrufen, Dokumente bearbeiten, Termine verwalten, Webseiten erstellen, chatten undsich eine eigene Startseite einrichten.

Wenn ich mir anschaue, was für ein Wirrwarr an unterschiedlichen Programmen zur Mail- und Terminverwaltung sonst oft an einer Hochschulde zu finden ist, ist dies vielleicht der richtige Weg.