Sag beim Abschied leise Servus…

Ich habe mit diesem Blog ja mal angefangen, weil ich in Duisburg begonnen hatte, Educational Media zu studieren. Nach dem Abschluss hatte ich dann das große Glück, über einen Lehrauftrag mit der Uni Duisburg-Essen verbunden zu bleiben. Neben der Betreuung einer Lerngruppe durfte ich dort Selbstorganisiertes Lernen, Wahlpflichtfächer über Medieneinsatz und Kommunikation, Bildungsmanagement, Medienprojekte und zum Schluss Didaktisches Design unterrichten. Das meiste davon fand in virtuellen Klassenräumen statt, in denen wir uns thematisch und oft auch sehr sozial ausgetauscht haben. Neben all der Arbeit (v.a. wenn es um das Korrigieren von Einzelaufgaben, Medienprojekten, Klausuren oder Masterarbeiten ging) standen eigentlich immer Spaß und Freude im Vordergrund. Ich habe tolle Menschen dort kennenlernen dürfen und mindestens so viel gelernt, wie ich unterrichtet habe.

Zeiten ändern sich und so habe ich letzte Woche die letzten Klausuren korrigiert und nehme Abschied von Duisburg-Essen, um zu sehen, was sich als nächstes bietet. Eine Masterarbeit (danke, Andrea 😉 werde ich in den nächsten Wochen noch betreuen, bevor ich dann ganz loslasse.

Ich bedanke mich bei all den tollen Kolleginnen und Kollegen und all den fleißigen und motivierten Studierenden. Ach, und bevor hier falsche Freude aufkommt…den Blog führe ich trotzdem weiter.

Didacta 2012

Nächste Woche (14.-18.02.2012) findet in Hannover die didacta 2012 statt, der zumindest nach der eigenen Webseite wichtigste europäische Bildungsevent. Auch wenn die Messe für meinen Gecshmack zu sehr auf Schulen ausgerichtet ist, hat sich der Hochschulanteil in den letzten Jahren zumindest so gesteigert, dass sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt.

Auch die Uni Duisburg-Essen wird mit dem Learning Lab und den Masterstudiengängen dabei sein. Das ist doch mal eine gute Gelegenheit, die Kolleginnen und Kollegen in Hannover zu treffen. Ich werde auf jeden Fall am Freitag auf der Messe sein…und ein Kaffee geht immer, sagt einfach bescheid.

PLE: Interview mit Graham Attwell

Gerade mit Projekten wie NOVICE versuchen wir offene und nachhaltige Lernumgebungen im Sinne von Personal Learning Environments (PLE) aufzubauen. Dabei tun wir uns oft gar nicht so leicht, einen wirklich informellen und offenen Charakter zu schaffen und uns gemeinsam klar zu sein, was PLE eigentlich bedeutet.

Da trifft es sich gut, dass ein paar Studierende aus Portugal sich gerade ebenfalls mit PLEs beschäftigen und dazu Graham Attwell interviewt haben. Dieser hat das Interview in seinem Blog publiziert, sodass wir jetzt alle die Gelegenheit haben, seine Ausführungen zu Learning und PLEs zu genießen:

 

eday 2011

Direkt im Anschluss an die Masterkolloquien fand am Samstag der eday2011 statt. Gut 150 Teilnehmende haben sich in Duisburg eingefunden, um trotz hervorragendem Wetters (es soll ja wohl leider der letzte richtige Sommertag dieses Jahres gewesen sein) vor allem den Vorstellungen der Medienprojekte der „Educational Media“ Studierenden beizuwohnen.

Ich war leider nur in der Sitzund „Lehren und Lernen mit moodle und ILIAS“, da ich ansonsten der Studierendensprechstunde beizuwohnen hatte, in der Sitzung habe ich aber ein breites Anwendungsspektrum von LMS kennengelernt. Es ging von Seminaren der GIZ über die Ausbildung von Schülermedienmentoren bis hin zum Arbeiten mit Filmen als wissenschaftliche Quellen.

Dank Twitter war es mir dann aber auch möglich viel Interessantes aus anderen Sessions mitzubekommen. Dieses Jahr stand der eday sehr stark im Zeichen der Medienprojekte, während im letzten Jahr das Konzept der Openeday getestet wurde, der einen starken Barcamp-Charakter haben sollte. Das hat mir auch sehr gut gefallen, da neben den Medienprojekten viele Experten in Diskussionen und Workshops „zur Verfügung“ standen. Ich bin gespannt, wie der nächste eday aussehen wird.

Nun ist es also so weit…

Tatsächlich ist es nun nach 6.696.000 Sekungen (danke Katrin für´s Rechnen und Mark für die Aufzeichnung) so gekommen, wie es sich bereits angekündigt hat: Die 8ter-Kiste hat ihre Mastertitel bekommen.

Herzlichen Glückwunsch an Katrin, Verena, Markus, Martin und Andy (muss noch kurz das Kolloquium nachholen). Und ebensolche Glückwünsche an die „Kurz vor 8ter“ (die Parallelgruppe): Andrea F und Andrea H, Christina, Eva, Jakob und Marc. Das habt Ihr alle ganz großartig hinbekommen und Eure Tutoren sind total stolz und glücklich.

In den letzten fast 2 1/2 Jahren sind wir als Grupen wirklich gut zusammengewachsen und obwohl wir uns nur alle halbe Jahr gesehen haben haben wir viel miteinander erlebt und geteilt. Ich hoffe, dass wir weiterhin in Kontakt bleiben und wünsche Euch jetzt alles gut!

Das Ende naht…

Es ist jetzt fast schon zweieinhalb Jahre her, dass ich an der Uni Duisburg-Essen im Masterstudiengang „Educational Media“ die Betreuung einer Gruppe übernehmen durfte. Sie startete mit 8 Studierenden, die nach intensivem Bierdeckelstudium schnell den Namen 8ter-Kiste fanden.

Jetzt steht das Ende des Studiums kurz bevor, auch wenn leider nur noch fünf Studierende über geblieben sind. Jens und Christian haben sich für einen anderen Weg entschieden, während Andrea nur etwas verzögert hat und ich im nächsten Jahr ihr Masterarbeit betreuen darf. Und die verbliebenen fünf stecken genau da gerade, am Ende ihrer Masterarbeiten. Am Montag ist der letzte Abgabetermin, am nächsten Freitag schon das Kolloquium und damit ist dann auch der Mastergrad erreicht.

Gut, die meisten sind älter als ich (das tut mal so gut!!!)…und trotzdem fühle ich mich wie ein ganz stolzer Vater. Ich habe schon einiges der Masterarbeiten gesehen und sie sind wirklich gut geworden.

Es werden diesen Freitag zwei Gruppen fertig (die zweite sind die „Kurz-vor-acht“ geleitet von Annabell). In den letzten Monaten haben sich beide Gruppen zusammen in einer eigenen Facebook-Gruppe ausgetauscht und sich gegenseitig bei den Masterarbeiten unterstützt und auch gegenseitig in die Panik getrieben.

Mit Tränen in den Augen, weil dieser gemeinsam Weg zu Ende geht, freue ich mich auf nächsten Freitag, wenn die Anspannung von allen abfällt und wir glücklich auf diesen erfolgreichen Weg zurückblicken können. Also meine lieben Schafe Mitstreiter: Alle die noch nicht abgegeben haben, noch zwei Tage beißen, dann ist es vollbracht. Ich glaube fest an Euch!

AMEE 2011: inspire…and be inspired!

Die diesjährige AMEE-Konferenz findet gerade in Wien statt. Die Tiermediziner sind direkt von der NOVICE summer school aus Budapest gekommen und haben sich schon am Sonntag zum ViEW-Workshop getroffen. Am Sonntag Abend fand dann in der großen Messehalle die Opening Reception mit vielen Begrüßungsworten,  den gradiose „Salonfähigen Saitenspieler“ und Unmengen an Essen und Getränken (das ist eher ungewöhnlich für AMEE- Eröffnungen) statt.

Heute Morgen eröffnete Ron Harden die eigentliche Tagung und gab uns gleich einige eindrucksvolle Zahlen mit auf den Weg: Auf der AMEE sind 2900 Teilnehmende aus 84 Ländern und zusätzlich viele, die die Vorträge online verfolgen. Aus mehr als 200 Abstracts wurden über 450 Short Communications und über 750 Poster sowie 61 Workshops für das Programm ausgesucht. In der Industrieausstellung finden sich 40 Aussteller.

Den Eröffnungsvortrag hielt heute Donald Clark über „21st Century Medical Education“.

Anhand des Fingers, mit dem wir eine Klingel betätigen (Zeigefinger oder Daumen) kann er feststellen, zu welcher Generation wir gehören  (bzw. ob wir viel sms schreiben oder Playstation Spielen). Dabei hat er uns mit Douglas Adams auch genau vor Augen geführt, wie wir (altersabhängig) mit Neuerungen umgehen. Zusammengefasst kann man festhalten, dass Vorlesungen ineffektiv sind (u.a. weil die Aufmerksamkeitsspanne bei Schülern und Lehrern viel kürzer ist). Vorlesungen sollten daher aufgezeichnet und auf YouTube gestellt werden, schon allein, damit Studierenden mehrfachen Zugang zum Wissen haben.  Auch ein Feedbacksystem ist hervorragend, um Mitdenken und Peer-teaching zu unterstützen.

Als gutes Beispiel nennt er die Khan Academy, bei der Lehrer nur  helfen und feedback geben, während die Lehre nur per Videos stattfindet. Das größte Potential sieht Clark in „Learning by doing“: zum Beispiel mit Simulatoren oder  game based learning (Egothinker statt Egoshooter). Große Anwendung in der Medizin könnte da z.B. die neue Kinect-Technologie der XBox finden. Zum Abschluss gab er Social Media und Web2.0 einen großen Raum und beschrieb diese als 21st Century Medical Education schlechthin.

Einerseits war das natürlich sehr befriedigend, da es uns ja nur in dem NOVICE-Projekt bestätigen kann, andererseits gab es inhaltlich zumindest Überschneidungen mit dem Vortrag und den Schlussfolgerungen des Vortrags von Marc Prensky auf der AMEE 2007.

Lebenslanges Lernen als Aufgabe

Quelle: The scottish government www.scotland.gov.uk/Publications/2006/03/02144951

Quelle: The scottish government www.scotland.gov.uk/Publications/2006/03/02144951

Natürlich ist das lebenslange Lernen eine Aufgabe, die uns alle betrifft. Aber einige hat sie die letzten drei Wochen besonders betroffen: die Studierenden des Masterstudienganges Educational Media. Im Rahmen des Wahlpflichtkurses Bildungsmanagement stand in diesem Takt „Lebenslanges Lernen“ auf dem Lehrplan. Neben der Bearbeitung eines Textes von Sebe-Opfermann und Gessler sollten sie sich in ihren Blog mit dem eigenen Zugang zum lebenslangen Lernen auseinandersetzen.

Kirsten ist es dabei gelungen, von den abstrakten, internationalen, politischen Bemühungen doch Schlußfolgerungen für eigene berufliche und private Aufgaben abzuleiten:

Im Mittelpunkt steht nicht länger nur die Wissensvermittlung, sondern auch die Aufgabe, Lernende beim Wissenserwerb zu unterstützen, ihnen Orientierung und Hilfestellung bei der Organisation ihres individuellen Lernprozesses zu geben.

Anja ist die Aufgabe zunächst vom theoretischen Hintergund angegangen und hat die verschiedenen Situationen und Szenarien vom Erfahrungen sammeln über Problem lösen bis zum formalen Lernen beschrieben, um dann auch die Schwierigkeiten, die es uns oft macht, nicht zu verschweigen.

Die Qual der 1000 Möglichkeiten muss gemildert werden – hier sehe ich große Chancen für Bildungsexperten, die als Berater fungieren und ihren Klienten beim Filtern der Lernangebote und Priorisieren in allen Lernformen unterstützen und somit motivieren.

Lebenslänglich! ist eine Assoziation, die schnell beim lebenslangen Lernen auftaucht. So schreibt es auch media-france, die in ihren Ausführungen auch nicht auslässt, wie frustrierend es sein kann, ständig gegen Barrikaden und Unwillen bei Kollegen anrennen zu müssen.

Aus dem Verhalten meiner Schüler, aber auch aus den Reaktionen meiner Kollegen auf Moodle muss ich sagen, dass das Wichtigste beim Lebenslangen Lernen wie beim Lernen überhaupt, die Offenheit ist und der Wille, sich auf Neues einzulassen. Ohne diese Haltung geht fast gar nichts, bzw. ohne diese Haltung wird es unnötig schwer und mühsam, etwas Neues zu lernen.

Susanne beschreibt sehr persönlich das  „Studieren mit Kind“ und dabei auch die Lust, die trotz aller Mühen entstehen kann, sich neue Gebiete zu erschließen. Und gerade die Motivation taucht als ganz wichtiger Faktor bei allen Studierenden immer wieder auf.

Inzwischen absolviere ich mein drittes Studium, diesmal zur Weiterbildung in einem Bereich, der neu zu meinem Aufgabengebiet hinzugekommen ist und in dem ich mich bislang wenig auskannte. Die berufliche Praxis und das theoretische Studium ergänzen sich nicht nur sehr gut, die Kombination erhöht auch meine Motivation, mich mit den jeweiligen Inhalten zu befassen.

Eine ganz persönliche Lerngeschichte beschreibt auch Michaela, beginnend in der frühesten Jugend bis zum jetzigen Studium. Dabei wird deutlich, dass manches zuerst aus einer Laune heraus beginnt und dann einen tiefen Sinn erfährt.

Alles, was sich je gelernt habe, hat sich dann irgendwann, unerwartet geschmeidig, in eine nicht unerfolgreiche berufliche Laufbahn eingefügt, die immer geprägt war von Begeisterung für meine beruflichen Herausforderungen.

Thorsten beschreibt das lebenslange Lernen im Informationszeitalter und damit auch die Forderung nach der Abkehr von rein formalen Lernszenarien und deren Bewertung.

Nicht umsonst legen Personalmanager bei der Einstellung, neben den Schulnoten, immer mehr Wert auf das Gesamtportfolio des Bewerbers. Dies entspricht den Ansprüchen einer immer stärkeren Individualisierung und Spezialisierung in der Gesellschaft.

Lebenslanges Lernen hat für jeden eine etwas andere Bedeutung und auch eine oft ganz  persönliche Geschichte, die eng mit der eigenen Vita verbunden ist. Doch alle stimmen darin überein, wie wichtig die Motivation und der Spaß am Erschließen neuer Wissens- und Erfahrungsgebiete ist.  Dabei beschreiben alle den Willen, andere mitzuziehen und gemeinsam neue Wege zu gehen…

Die Aufzählung der Studierendenreflektionen ist nicht vollständig, da einige statt des öffentlichen Blogs doch lieber die intimere Version eines Word-Dokumentes gewählt haben. Und werden daher hier auch nicht vorgeführt zitiert.

Nächste Woche schießen wir den Takt mit einer Online-Diskussion ab und werden dort versuchen, Strategien zu entwickeln, wie man das eigene berufliche und private Umfeld zum lebenslangen Lernen motivieren kann. Ich stelle mich mal auf eine ähnlich heiße Diskussion wie im letzten Semester ein, freue mich aber sehr auf das Treffen.

E-Learning Essentials: Einsatz fallbasierten E-Learnings

Am Samstag dem 9. April darf ich im Rahmen der Veranstaltungsreihe E-Learning Essentials einen Workshop über den Einsatz fallbasierten E-Learnings abhalten.

Typische E-learning-Module und besonders Rapid-Learning-Anwendungen folgen oft einem instruktivistischen Ansatz. Um situiertes oder konstruktives Lernen zu ermöglichen wird in vielen Bereichen traditioneller Unterricht durch POL (problemorientiertes Lernen) ergänzt. Um dieses multimedial zu unterstützen und auch Selbstlernen zu ermöglichen, wurden vor allem in der Medizin verschiedene Systeme für fallbasiertes E-Learning entwickelt, die mittlerweile auch in einigen anderen Disziplinen eingesetzt werden. Die Einsatzszenarien von solchen Lernfällen reichen vom Selbstlernen über Fortbildungen und Präsenzkurse bis hin zu Prüfungen (Key-feature Assessment).
Im Rahmen des Workshops werden tiermedizinische Lernfälle ausprobiert, um die Lernerseite kennenzulernen. Danach können die Teilnehmenden erste Schritte in CASUS-Autorensystem unternehmen und eigene Fälle erstellen.

Ich hoffe sehr, dass wir im Workshop mit einer bunten und interdisziplinären Gruppe viele Einsatzmöglichkeiten für „virtuelle Probleme“ finden und bearbeiten.